Gesellschaftskritik Und das im Jahr MMXV!

© Universal Music
Aus der Serie: Gesellschaftskritik

Justin Bieber hat mehr als zwanzig Tattoos. Darunter eine Krone, einen angreifenden Adler, eine Eule, Kois, einen Harlekin, das Auge seiner Mutter Pattie Mallette, einen Ghettoblaster, eine Möwe und verschiedene Schriftzüge wie "Forgive", "Believe" und "Trust". Man kann auch eine Menge Rosen und Fischschuppen auf seiner Haut finden, einen Kompass und eine Billardkugel. Es ist schwer, darüber etwas Abschließendes zu sagen, da fast stündlich neue Bilder hinzukommen.  

Nun hat Bieber wegen eines Tattoos Ärger bekommen. Auf seinem neuen Album Purpose ist er mit nacktem Oberkörper zu sehen. Deshalb darf sein Album angeblich in manchen muslimischen Ländern nicht verkauft werden, meldet das Portal tmz.com. Dass ein Albumcover von ihm überhaupt die Zensoren auf den Plan ruft, ist Bieber hoch anzurechnen. Schließlich bringt er damit das Albumcover als Popkulturgut zurück. Früher waren Plattencover häufig auch Gegenstand der kulturellen Debatte. Es ist lange her, dass eine solche Abbildung schockieren konnte, schließlich werden Songs heute meist nur noch als Downloads wahrgenommen. Nun ist Bieber ein wahrer Klassiker der Coverkritik gelungen.

Denn es ist nicht nur seine Nacktheit, die aufstößt, sondern auch das Tattoo auf der Bieberbrust: ein Kreuz. Als die frühe Madonna sich in den achtziger Jahren mit Kreuzen behängte, wurde auch nach Zensur gerufen. Damals warf man der jungen Frau Blasphemie vor. Bieber allerdings meint es wirklich ernst mit dem Christentum, jedenfalls seinem Hautbild nach zu urteilen. An einem Unterschenkel prangt ein Jesus, der andere ist mit betenden Händen belegt. Bieber trägt sogar einen Psalm auf dem Schulterblatt. Aber offenbar macht man es mit Kreuzen nie richtig.

Es ist übrigens nicht das einzige fragwürdige Tattoo auf dem halbnackten Bieberbody. Auf seiner linken Schulter prangt ein schlimmer Rechenfehler. Dort wollte der Popstar das Geburtsjahr seiner Mutter feiern: 1975. Er schreibt es I IX VII V. Richtig gewesen wäre: MCMLXXV. Vielleicht besser, dass dem jungen arabischen Publikum der Anblick einer solchen abendländischen Bildungsfehlleistung erspart bleibt.

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