"Tribute von Panem" Im Namen der Rose

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Donald Sutherland (80) spielt im letzten Teil der Tribute von Panem zum vierten Male den bösen Präsidenten Snow. Man weiß nicht warum, aber wenn ein Schauspieler bei einem Film mitgespielt hat, der sich um ein bestimmtes Thema dreht, dann wird er anschließend dazu als Experte befragt. Das muss eine neue Mode sein, schließlich hat Sutherland auch schon in Die außerirdischen Körperfresser kommen mitgespielt, ohne dass man ihn danach als Gesprächspartner für extraterrestrische Biologie gesucht hätte.

Nun aber wird Sutherland zu seinen politischen Ansichten befragt. Und glücklicherweise ist er ein Freund der Demokratie. Er hat sogar einmal den Deutschen Bundestag besucht und sich freiwillig eine Bundestagsdebatte angeschaut. Das können die wenigsten Deutschen von sich behaupten. Allerdings gab er zu, von dem Thema, um das es ging, nichts verstanden zu haben, was den meisten Deutschen wohl auch so gehen würde. Sutherland erklärte auch, dass es eine schöne Sache sei, dass in Deutschland theoretisch jeder Bürger Bundestagsabgeordneter sein könnte.

Es würde ihn vielleicht noch mehr erstaunen, dass in Deutschland theoretisch auch jeder einfache Bürger Bundeskanzler werden kann. So wie die Physikerin Angela Merkel.

Nun ist der Hype um den letzten Teil der Tribute von Panem aber so groß, dass man davon ausgehen muss, dass in den nächsten Wochen praktisch Snow Deutschland regiert. Der hat sich übrigens nicht durch die Mühlen der Demokratie an die Spitze gebracht, sondern durch tödliche Intrigen. Er hat allerlei Konkurrenten vergiftet, die ihm seine Stellung streitig machen wollten. Weil er, um den Verdacht von sich abzulenken, stets auch die vergifteten Getränke konsumierte, blieben trotz Gegengift offene Wunden in seinem Mund zurück, die einen starken Blutgeruch verursachen. Um den Geruch zu übertünchen, trägt er stets duftende weiße Rosen bei sich.

Donald Sutherland sagt übrigens noch mehr über Politik. Der Film habe eine Mission, erklärte er dem Focus: "Ich hoffe, dass junge Menschen daraus lernen, dass sie sich unbedingt politisch engagieren müssen. Dass sie sich organisieren müssen." Nun rebellieren in Tribute von Panem junge Menschen, indem sie mit Pfeil und Bogen um sich schießen. Dann hören wir doch auf lieber Angela Merkel. Deren Lieblingsblume ist Rittersporn, keine weißen Rosen. Rittersporn ist übrigens eine Giftpflanze.

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Einigermaßen gute Beschreibung von Präsident Snow, ansonsten sehr flacher Artikel. Junge Menschen sollten sich politisch engagieren. Um diese Aussage zu verstehen, muss man die Filme gesehen haben (Unterdrückung der Districts durch das Capitol), also ist die unvollständige Zusammenfassung überflüssig. Dieser Artikel entspricht nicht der Qualität, die ich ansonsten von Ihrer Zeitung gewohnt bin. Echt bitter.

Och, gegen das sanfte Gift der Ironie, mit dem der Artikel durchtränkt ist, sind offenbar gewisse Fans immun. "Weiße Wochen" in Berlin - heissa, Donald gibt den Polit-Crooner: "Let it snow, let it, Snow, let it snow". Und in den Zirkeln toben die Dispute der Circenses: Ja, darf der mokante Autor das denn?! Aber ja - "oh, the weather outside is frightful!" Und schon wird politisiert: "Weiße Rosen in Berlin, sagen dir: Komm recht bald wieder - zeigen dir: Schau lieber hin, Symbolik (dieser alte Spötter) ist in Berlin". Die Fortsetzung des Rosenromans hat bekanntlich den ersten Gender-Literatur-Skandal (vor über 600 Jahren) ausgelöst: Darf sich der Macho brutal die Rose (das Symbol der Frau) gepflückt ins Knopfloch stecken? "But that fire is delightful". Freizügige Sexual- und Polit-Ethik - gerade für junge Leute - und nicht zensiert ad usum Delphini (Kronprinz darf alles essen, muß aber nicht alles wissen). Aber halt, LiebhaberInnnen des Delphiniums sind sich sicher: Tobt der Ritter in seinem Zorn, so gebe man ihm Rittersporn. Das beseitigt alle Fragen einer etwaigen Nachfolge. Ansonsten gelten zum Advent: Die Tribute von MarziPanem.