Sexuelle Aufklärung : Das Problem mit dem Penis

Viele Geflüchtete haben in ihrer Heimat nie über Sex gesprochen. Das führt nicht nur im Bett zu Problemen. Nun lernen sie es bei dem "Fräulein, das immer über Sex redet".

Unsere Redaktion wurde am 27. Mai 2019 durch eine Anfrage des "Spiegel" darauf hingewiesen, dass der an dieser Stelle erschienene Gastbeitrag "Das Problem mit dem Penis" über eine Aufklärungssprechstunde für Geflüchtete weitgehend erfunden sein könnte. Wir haben den Beitrag eingehend überprüft und mussten feststellen, dass wir von der Autorin tatsächlich getäuscht wurden. Wir haben den Beitrag nach unserer Überprüfung aus Transparenzgründen noch einige Tage frei zugänglich belassen, ihn am 26. Juni 2019 jedoch von unserer Website entfernt. Wie es zur Veröffentlichung des weitgehend erfundenen Textes kommen konnte, lesen Sie in unserem Glashaus-Blog.

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Kommentare

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Klingt echt anspruchsvoll, der Job. Aber schön, dass es Menschen gibt die sich in dieser Weise engagieren. Vor allem als Frau sicherlich herausforderungsvoller - im Endeffekt aber wahrscheinlich zielführend. Deswegen: Chapeau!

Gibt ja auch in unserer eigenen Bevölkerung genug Menschen, die noch ein wenig sexuelle Aufklärung nötig hätten. Wir haben uns damals dafür mit unserer Tochter den Aufklärungsfilm "Sex, we can?!" auf DVD angeschaut. Das hat prima funktioniert. Würd ich auch einigen hier wärmstens empfehlen. Gibt's glücklicherweise auf YouTube - und wer weiß, vielleicht wär's auch eine nette Unterstützung für die Arbeit von Frau Roznblatt?

Hier mal der Link: https://www.youtube.com/w...

Vielen Dank erst einmal für Ihre Arbeit, Frau Roznblad.

In einem Punkt möchte ich widersprechen:
"Souveräne Männer können ein Nein aushalten, ohne sich herabgesetzt zu fühlen. Das haben die Jungs aus dem Physik-Leistungskurs den Klassenlieblingen meist voraus."

Das habe ich anders erlebt. Ich war der genau der typische von Ihnen beschriebene Physik-LKler (hätte den Nobelpreis aber jederzeit ohne Zögern für eine Affäre hergegeben). Zu den Klassenlieblingen von damals (35 Jahre her) habe ich keinen Kontakt mehr. Später habe ich aber oft erlebt, dass die Männer, denen ihr Liebesleben im wahrsten Sinne des Wortes in den Schoß fiel, wenig Probleme erkennen ließen, wenn das ausnahmsweise einmal nicht der Fall war - sie waren meist zuversichtlich, dass die nächste Gelegenheit nicht lange auf sich warten lassen würde. (Allerdings war ich hauptsächlich in Kreisen unterwegs, wo eine solche Gelassenheit unbedingt zum guten Ton gehörte.)
Wir dagegen - die Männer, die chronisch auf dem Trockenen saßen - sahen vielleicht so aus, als würden wir uns durch ein "Nein" nicht herabgesetzt fühlen. In Wirklichkeit fiel das wahrscheinlich einfach nicht so auf, weil das "Nein" und das damit verbundene Gefühl von Herabsetzung einfach der Dauerzustand war.

Ja, man lernt die Abweisungen sukzessiv gelassener hinzunehmen. Auf meinem 30. Jahrestreffen Abi kam ein Mann auf mich zu und sprach mit mir. Ich war irritiert, weil ich keine Erinnerung an ihn hatte. Ich komme eher aus dem literaturwissenschaftliche/sprachlichen Bereich. Nachdem er mir versichert hat, dass er in meinem Jahrgang war (mehrfach, denn ich konnte mich absolut nicht erinnern ), offenbarte er sich mir. Er hat mich immer haben wollen (uff) und ich habe nichts gemerkt. Netter Kerl dachte ich am Ende. Warum hatte ich meine Augen nicht offen?

Ich halte es für besonders schwierig, angesichts der Situationen, nicht zu lachen. Rot werden erübrigt sich.
In den Integrationskursen, die ich durchführe habe ich sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Nach dem Akt kommt - NICHTS. Wenn man die Männer fragt, wie es ihren schwangeren Frauen geht, bekommt man nur ein schüchternes: Gut! Aha und sonst?
Ich hatte ein sehr aufschlussreiches Erlebnis beim Thema "Ernährung". Es kam die Frage: Was ist der Unterschied zwischen Fruchtsaft und Fruchtwasser? Da steht man vor 18 arabischen Männern und muss erst mal schlucken. Das ganze endete sozusagen in einer Biostunde, Klasse 8. An der Tafel war letztendlich eine Vagina aufgezeichnet mit allem Zip und Zap. Und die Männer haben sehr interessiert zugehört. Nach dem Unterricht kam ein junger Mann zu mir und sagte, er habe das alles auch im Krankenhaus bei der Geburt seines Sohnes gehört. Aber erst jetzt würde er es verstehen.
Nach dieser Stunde habe ich mir in der Tat den Schweiß von der Stirn gewischt. Aber es tat sehr gut.

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