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Stille Geburt: Wenn wir morgen aufwachen, ist er tot

Ihr Sohn käme schwer behindert zur Welt, also stimmt die Mutter einer Abtreibung im 6. Monat zu. Wie es sich anfühlt, über Leben und Tod eines Kindes zu entscheiden. Von
Aus der Serie: Der Tod ist groß

Wie gehen Menschen damit um, dass alle sterben müssen? Wir fragen in der Serie "Der Tod ist groß"  nach der Rolle des Sterbens im Leben und in der Gesellschaft. Dieser Text handelt von einer stillen Geburt. So nennt man es, wenn eine Mutter ihr Kind tot zur Welt bringen muss. Bei 0,24 Prozent aller Geburten in Deutschland ist dies der Fall, das entspricht etwa 1.800 Neugeborenen pro Jahr. Etwa 600 davon sind Spätabbrüche nach einer medizinischen Indikation: Das Kind wird, weil es zu schwer behindert oder nicht lebensfähig auf die Welt käme, im Mutterleib getötet und dann unter Wehen geboren. Anna Behrendt* ist eine Mutter, die über Leben und Tod ihres ungeborenen Kindes entscheiden musste.