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Tod: Dann doch lieber eine Seelenkreuzfahrt!

Auferstehung oder Yolo? Mumie oder Moorleiche? Hölle oder Jenseits? Das sind so die Fragen. Wir haben die Antworten: Was wir mit 22, 36, 41 und 65 über den Tod denken. Von , , und
Aus der Serie: Der Tod ist groß

Wenn man dem Tod näher kommt, ändert sich das Verhältnis zu ihm. Ist das so? Für unsere Serie "Der Tod ist groß" haben wir vier Menschen unterschiedlichen Alters um ihre Gedanken zu allen möglichen Begriffen rund um das Lebensende gebeten.  

A wie Auferstehung
22: Das ist der Plot von The Walking Dead, oder?
36: Jeden Morgen wieder eine Herausforderung.
41: Coole Sache. Auch wenn Jesus das Prinzip berühmt gemacht hat, Lazarus war der wahrhaftige Early Adopter.
65: Wo? Darf man wählen?

B wie Bestatter
22: Wenn dir die Lebenden so sehr auf die Nerven gehen, dass du lieber mit den Toten arbeitest.
36: Ein krisensicherer Job. Und immer gut angezogen.
41: Wenn sie es gut machen: Zauberer. Wenn schlecht: Finanzbeamte.
65: Helden! Diese ganzen Gefühle auf sich prallen zu lassen, nie mitzuweinen, immer Haltung zeigen.

C wie The Cure
22: Die sind okay. Sobald mein Leben vorbeizieht, spielt jedoch Two Door Cinema Club ein Duett mit den Kooks und am Ende bringt Sam Smith alle zum Weinen.
36: Steht auf meiner Playlist für die Ewigkeit unter den Top Ten. 
41: "Spiderman is having me for dinner tonight"
65: Käme für mich im Soundtrack nach Freddy Mercurys Who wants to live foreeeeeva?

D wie Diamantbestattung
22: Ich höre schon jetzt die peinliche Stille, wenn jemand auf die Frage nach dem schönen Ring antwortet: "Oh, das war mal meine Oma."
36: Aber nur, wenn der auf der Nadel eines Plattenspielers steckt und The Cure läuft.
41: Möchte bitte lieber ein Kieselstein werden.
65: Tinnef. Die Vorstellung, dass man die Fassung nicht mehr selber auswählen darf.

E wie Ewige Jagdgründe
22: Dann lieber Karibik.
36: Das mittelständische Paradies mit Pierre Brice als Animateur und All-you-can-eat-Büffet.
41: Dann lieber Berghain.
65: Bin Vegetarierin. Stelle mir lieber einen prallen Gemüsegarten vor, in dem man mit dem Daumen frische Erbsen pult, bis das Nagelbett wimmert.

Gibt es einen friedlicheren Ort als den Wald? © Kirill Nechmonya /​ Unsplash

F wie Friedwald
22: Spielt es eine Rolle, ob ich in einem Grab oder unter einem Baum begraben werde? Bekomme das ja sowieso nicht mehr mit.
36: Besser als Stresswald.
41: Sehr tolle Sache. Und biologischere Variante zu dem Standard, in einem DIN-Grab 30 Jahre vor sich hinzurotten.
65: Bitte als Mischwald! Mit Vögeln, die wie leichtfüßige Seelen rumzwitschern.

G wie Grabstein
22: Ich hoffe auf eine Pyramide.
36: Ich hoffe auf ein Display.
41: "Läge jetzt auch lieber am Strand"
65: Wenn ich eine Bitte äußern darf: OHNE BILD

H wie Hölle
22: Wenn ich den Menschen glaube, die mir sagen, für meinen schwarzen Humor käme ich in die Hölle, dann sitzen da unten echt witzige Typen.
36:
Wohnt da nicht Götz Kubitschek?
41: Das Ende der Thermounterwäsche. Und mir wäre es endlich warm genug.
65: Dass Höllenangst aus der Mode gekommen ist, das nenn’ ich Fortschritt.
97 (†): Ist weder warm noch witzig hier.

I wie Idealfall
22: Einschlafen und nicht mehr aufwachen.
36: Wie bei Romeo und Julia zusammen mit der Liebsten einschlafen.
41: Ohne Angst. Voller Glück. Bisschen Aufregung. Und nach einer angemessenen Farewell-Party.
65: Alle, die ich liebe und die mich lieben, sind bei mir und leben weiter.

J wie Jenseits
22: Soll wie ein All-inclusive-Urlaub sein. Mit allen, die man lieb hat.
36: Klingt langweiliger als ein Wochenende im Harz.
41: Klingt langweiliger als eine Nacht im Berghain.
65: … von Gut und Böse. Ein echtes Versprechen.

K wie klinisch tot
22: In diesem Fall bitte alle Gerätschaften ausschalten. Danke.
36: Der Herzschlag des Heimatministeriums.
41: Wahrscheinlich die schlimmste Art des Totseins. Und gleichzeitig die hoffnungsvollste Art, am Leben zu bleiben.
65: Klingt so zackig, ist aber ganz unklar. Wenn tot, dann bitte ganz und gar.

L wie Leichenschmaus
22: Ein Teller Knoblauchpasta zu meinen Ehren, ein paar Gläser guter Wein und ganz viel Gelächter. Am liebsten ja in einer Karaokebar.
36: Wenn man das Jüngste Gericht überstanden hat: Klassisch Italienisch mit viel Barolo.
41: Ein missverständlicher Name für ein verständliches Ritual. Ein sehr schönes sogar.
65: Vorweg: Suppe! Und dann endlose kleine Gänge, ein ligurisches Festmahl, langer Tisch, und hoch die Gläser, und ab und zu werden Anekdoten aufgetischt. Wie Mama beherzt in den Graben fuhr. Wie sie Pizza machte und die rote Soße durch die Ofentür kam … Wie sie hilflos am Felsen hing und das Kind sagte: Jetzt einfach hoch!

M wie Mumie
22: Meine einzige Chance, am Ende in einem Museum ausgestellt zu werden.
36: Sitzt im Bundestag meist in der ersten Reihe.
41: Dann lieber Moorleiche.
65: Ausweiden und dörren? Ist das nicht sehr old fashioned?

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