Sex zu dritt Wie kann ich meinen Freund zu einem Dreier überreden?

Zwei plus eins: Für die meisten Paare bleibt Sex zu dritt Fantasie. Wie redet man darüber, ohne dass der andere denkt, er hätte allein nicht mehr genug im Bett zu bieten? Von
Aus der Serie: Schlafzimmerblick

In unserer neuen Kolumne "Schlafzimmerblick" beantwortet die Sexualtherapeutin Angelika Eck regelmäßig Ihre Fragen zu Liebe, Sex und Partnerschaft. Denn über nichts wird häufiger geschwiegen. Das wollen wir ändern.

Nina B., 38

Ich habe schon oft davon geträumt, gleichzeitig mit meinem Freund und einem anderen Mann zu schlafen. Wie bringe ich ihm bei, dass ich mir einen Dreier wünsche, ohne ihn zu verletzen?

Der Dreier zählt zu den beliebtesten Fantasien vieler Menschen, während er im echten Leben nur von manchen praktiziert wird. Die Paarbeziehung sexuell für eine dritte Person zu öffnen, streift die Außengrenzen in einer vom Monogamie-Ideal geprägten Gesellschaft – ein Dreier ist immer noch, auch wenn wir heute eigentlich alles dürfen, mehr oder weniger ein Tabu.

© Susanne Lencinas

Wie immer beim Sex bekommen wir es hier mit sehr unterschiedlichen Bedeutungsaufladungen zu tun. Für manche hat der Sex zu dritt einfach keinen Charme. Für viele scheint die Intimität verletzt zu sein, wenn eine dritte Person den erotischen Paarraum betritt. Anderen ist eine Unterscheidung zwischen sexueller Öffnung und emotionaler Exklusivität klar möglich. Und bei wieder anderen liegt ein voyeuristischer Reiz darin, den eigenen Partner mit der/dem Dritten in der Lust zu sehen.

Dreier ist also nicht gleich Dreier. Die individuellen Grenzen können sehr verschieden verlaufen. Männer fantasieren häufiger von Sex mit zwei Frauen. Die Anwesenheit eines weiteren Mannes könnte für sie weniger interessant sein, oder es könnten homophobe Ängste oder Rivalität aufkommen. Oder nichts von alledem.

Und nun wissen Sie nicht, wie Ihr Freund das sieht. Wenn Sie schon eine Weile mit ihm zusammen sind, können Sie seine sexuelle Offenheit vermutlich einschätzen und Ihre Strategie daran anpassen. Was bedeutet ihm Sexualität mit Ihnen? Welche Vorerfahrungen bringt er mit? Wie verletzlich schätzen Sie ihn ein? Wie neugierig?

Ihn mit Ihrem Wunsch nicht zu verletzen, ist ein verständliches Anliegen. Dennoch sollten Sie darauf gefasst sein, dass er Ihr Begehren nicht teilt oder wirklich verletzt reagiert. Seine Reaktion liegt nicht in Ihrer Hand. Sie entwertet allerdings auch nicht Ihren Wunsch. Wenn Sie selbst bejahen können, dass beide ein Recht auf ihre Reaktion und ihr (Nicht-)Wollen haben, so ist dies die beste Voraussetzung für Ihre Offenbarung. Je klarer Sie für sich selbst wissen, was genau am Dreieck Sie so reizt, desto eher können Sie sich auf einer Ebene des Verstehens treffen – und landen nicht bloß im Schwarz-Weiß des Machens oder Nicht-Machens.

Wie könnten Sie es konkret angehen? Indem Sie einen passenden Moment abwarten. Passend heißt: entspannt und zugleich intim. Dann könnten Sie ihn zuerst fragen, was ihn besonders anmacht und ob es etwas gibt, das er gerne mal ausprobieren möchte. Damit öffnen Sie das Gespräch für die Idee, dass es etwas außerhalb Ihrer bislang geteilten Wünsche geben könnte und dass dieser Bereich Sie interessiert. Dabei können Sie gleich prüfen, wie offen Sie selbst für das sind, was da zum Vorschein kommen könnte. Später könnten Sie entweder von einem Paar erzählen, das einen Dreier ausprobiert hat, und ihn fragen, wie er das fände. Oder Sie wagen sich direkter vor: "Angenommen, es gäbe etwas, das ich mir wünsche, würdest du dich dafür interessieren? Auch wenn es ein bisschen außerhalb unserer bisherigen Komfortzone läge?" Und dann wird es spannend.

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