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Alkohol Heute keine Ladies Night

Die trinkende Frau und Mutter ist kein gesellschaftliches Tabu mehr. Aber hat Rausch wirklich mit Emanzipation zu tun? Unsere Autorin hat genug von After-Work-Partys. Von

"Was wollt ihr: Rot, Weiß, Sekt oder was Gemixtes?", fragt eine Freundin, bei der ich auf einen "Mädelsabend" eingeladen bin. Wir sind zehn Frauen, Mitte bis Ende zwanzig, alle studieren oder arbeiten. Ein paar kenne ich schon sehr lange, einige sind neu. Man kommt schnell ins Gespräch, die Atmosphäre ist entspannt. Nachdem alle noch mal nachgeschenkt bekommen haben, verlassen wir in unseren Jacken die Wohnung. Quetschen uns zu zehnt in den Fahrstuhl, um auf die Dachterrasse zu fahren. "Wir wiegen ja jede 50 Kilo, ne?", sagt eine mit Blick auf die Angabe des Maximalgewichts im Fahrstuhl. "Alter, so viel wiegt mein Hintern allein", ist die Antwort aus der anderen Ecke. Gefolgt von zustimmendem Lachen. Ich überlege, was Männer so unter sich reden. Aber unsere Gruppe erfüllt auf jeden Fall ihr Klischee: Rumprollen, derbe Witze und Saufen – das können wir auch. Oben auf der Dachterrasse stoßen wir an, auf uns, warum auch nicht. "Gott sei Dank leben wir nicht mehr in dieser Zeit, in der Frauen sich zusammenreißen müssen", sagt eine von uns erleichtert.