Gesellschaftskritik Kick it like Beckmann

© Britta Pedersen / dpa
Aus der Serie: Gesellschaftskritik

Es ist Dezember 2015, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Im ZDF wird resümiert und zurückgeblickt, soweit der Teleprompter reicht.

Markus Lanz: Guten Abend, ich freu’ mich sehr, dass Sie eingeschaltet haben. Wir wollen heute über ein ernstes Thema reden. Und es fällt mir wirklich nicht leicht, diese Gesprächsrunde einzuleiten: Immer mehr Männer verlassen das deutsche Fernsehen! Einer, der es nicht tut, und deshalb weiß, wovon er spricht, ist bei uns: Thomas Gottschalk. Wir begrüßen auch Deutschlands Modezaren Wolfgang Joop, der bei Germany’s Next Topmodel Fernsehkarriere gemacht hat. Und Günther Jauch soll uns verraten, ob er künftig nach dem Sonntagskrimi auf dem Sofa liegen bleibt. (Applaus)

Lanz:Günther, wir kennen uns seit Jahren und duzen uns. Wie fühlt es sich an, die zweitwichtigste Talkshow Deutschlands abzugeben?

Günther Jauch: Nun ja, es ist eine 50-50-Chance. Einerseits gut, andererseits nicht so gut. Wetten, dass Du das selbst ganz gut weißt?

Lanz: Ich würde aber gerne Deine Einschätzung dazu hören. Oder brauchst Du einen Publikumsjoker?

Jauch: Frag' doch den Beckmann.

Lanz: Sehr guter Hinweis. (Wendet sich an Gottschalk.) Thomas, wir kennen uns schon lange und duzen uns. Du bist einer, der einfach nicht totzukriegen… ähm, der seit Jahrzehnten zum Inventar der deutschen Wohnzimmer gehört.

Thomas Gottschalk: Wie eine Eichenschrankwand. Nur dass ich immer einen lustigen Spruch parat habe. (Klopft sich auf den eigenen Schenkel in Ermangelung eines weiblichen.)

Lanz: Haha, ja genau. Ist es nicht eine Riesenherausforderung, auch im Rentenalter immer noch lustig genug für RTL zu sein?

Gottschalk: Ach, eigentlich nicht.

Lanz: Richtig. Wolfgang, wir kennen uns nicht, aber duzen uns trotzdem. Du bist Späteinsteiger im Fernsehgeschäft und seit diesem Jahr auch Aussteiger. Die nächste Staffel von Germany’s Next Topmodel wird ohne Dich laufen.

Wolfgang Joop: Das liegt aber nicht an meinem Humor!

Lanz: Aha. Erklär’ uns das doch mal.

Joop: Dafür habe ich keine Zeit. Weißt Du, High Fashion findet nicht im Fernsehstudio statt. Ich bin nicht der Onkel, der kleine Sexbraten heranzüchtet. Man braucht mich in Paris, New York, that’s Professionalität.

Lanz: Wird jetzt der Guido Maria – ich kenne ihn vom Sehen, wir duzen uns – Deinen Platz an Heidis Seite übernehmen?

Gottschalk: Na, das ist ja wohl seit jeher meiner.

Jauch: 50-Euro-Antwort.

Lanz: (nestelt an seinem Ohrstöpsel) Ich höre gerade von der Regie, dass Stefan Raab in der Leitung ist, der eigentlich auch hier sitzen sollte, aber keine Lust hatte zu reden. Wir schalten ihn live dazu. Hallo Stefan, wir sind Facebook-Freunde, da duzt man sich...

Stefan Raab: Schönen guten Abend in die Runde. Ich würde das Ganze gern abkürzen. Ich lade Euch alle ein zur letzten Folge Schlag den Raab. Da zeige ich Euch, wie man ein K.O. mit Würde trägt. Und falls Ihr es dann immer noch nicht verstanden habt, macht Ihr in der Woche drauf bei der letzten Ausgabe vom großen TV-Total-Turmspringen mit. Ich sage Elton, er soll das Wasser rauslassen.

Bildstörung. Rauschen.

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Was soll uns der Beitrag jetzt sagen: Die Typen sind alle überflüssig - good riddance! Zeit das mehr Frauen das Ruder in die Hand nehmen? Aber weder bei den jungen Damen noch Herren die da so nachkommen, sehe ich jemanden, der da Besserung verspricht. Es scheint am System zu liegen. Über Stefan Raab mag man sagen was man will, aber er hat für die deutsche Fernsehlandschaft und -kultur in den letzten zwanzig Jahren mehr getan als irgend ein anderer. Schade das er geht!