Berlin Fashion Week: "Ein Drink hilft immer"

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Seine Kleider sind gewagt, aber lässig. Seine Farbpalette so bunt wie sein Lebenslauf. Ein Blick in die Welt des deutsch-nigerianischen Modeschöpfers Bobby Kolade Interview:
Bobby Kolade zeichnet nicht gern, sondern drapiert den Stoff lieber gleich am Körper. © Bobby Kolade

Vom 6. bis zum 10. Juli findet in Berlin die Fashion Week statt. Gezeigt werden die neuen Kollektionen für den Sommer 2016. Wir stellen jeden Tag ein junges Talent der Berliner Designszene vor.

ZEITmagazin: Wie sind Sie zur Mode gekommen?

Bobby Kolade: An der Kunsthochschule Weißensee, wo ich zunächst Grafik studiert habe. Mir war davor nicht bewusst, dass man ernsthaft Mode studieren kann. Nach einem Semester bin ich dann ins Fach Modedesign gewechselt. Ich hatte schon immer den Drang, etwas mit den Händen machen. Computer mag ich nicht besonders gerne.

ZEITmagazin: Bitte erklären Sie Ihr Design in einem Satz.

Kolade: Denken sie an eine Person, die unablässig neugierig ist, schnell, herausfordernd und verdammt cool.

ZEITmagazin: Sie führen Ihr eigenes Label. Wie geht es Ihnen als Jungunternehmer?

Kolade: Meine Geschäftspartnerin Greta und ich befinden uns in der spannendsten Zeit: am Anfang. Jeder Tag ist wie kein anderer, wir lachen viel im Studio mit unserem Team und haben das Gefühl, alles zum ersten Mal zu machen.

ZEITmagazin: Was würden Sie tun, wenn Sie kein Modedesigner wären?

Kolade: Ich träume immer noch davon, Tänzer zu sein.

ZEITmagazin: Was hilft Ihnen, um in Arbeitsstimmung zu kommen? 

Kolade: Oh, ich habe eher Schwierigkeiten, mich von der Arbeit abzuwenden. Ein Drink hilft immer. Oder ich gehe tanzen.

Ein gelber Disco-Stiefel aus Lackleder mit afrikanischer Perlenstickerei am Absatz © Bobby Kolade

ZEITmagazin: Was tun Sie, wenn Ihnen partout nichts einfallen will?

Kolade: Ich lasse alles stehen und liegen und hole mir einen Drink.

ZEITmagazin: Was hat Sie zu Ihrer aktuellen Kollektion inspiriert?

Kolade: Porto Novo, Süd-West-Nigeria, die Fotografien von Leonce Raphael Agbodjelou – insbesondere seine Serie Egungun – Lil’ Kim in den neunziger Jahren, Gwen Stefani, Eve, Janet Jackson ...

Die Jeans in neuem Gewand: Grafische Bänder in Primärfarben verleihen der Arbeiterhose eine neue Optik. © Bobby Kolade

ZEITmagazin: Berlin gehört nicht zu den großen Modemetropolen. Warum leben und arbeiten Sie trotzdem hier?

Kolade: Weil hier wirklich sehr schöne Männer herumlaufen.

ZEITmagazin: Stellen Sie sich vor, man stellt Ihnen unbegrenzt finanzielle Mittel für eine Show zur Verfügung. Wie sähe Ihre ideale Modenschau aus? 

Kolade: Ich habe festgestellt, dass unbegrenzte finanzielle Mittel oft die Kreativität bremsen. Das Einzige, was ich uns im Moment wünsche, ist einen Casting-Direktor, der weltweit nach Models mit der Bobby-Kolade-Attitüde sucht.

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