Designerin Nobieh Talaei "Mein Hund bringt mich in Arbeitsstimmung"

© Stefan Kraul
Nobieh Talaei ist die Enkelin einer Hochzeitschneiderin und das Kind persischer Nomaden. Ihre Mode lebt von dem reichen kulturellen Erbe ihrer Vorfahren. Interview:

Vom 6. bis zum 10. Juli findet in Berlin die Fashion Week statt. Gezeigt werden die neuen Kollektionen für den Sommer 2016. Wir stellen jeden Tag ein junges Talent der Berliner Designszene vor.

ZEITmagazin ONLINE: Wie sind Sie zur Mode gekommen?

Nobieh Talaei: Durch meine Großmutter, die als Nomadin in traditioneller Handwerksarbeit Hochzeitskleider angefertigt hat.

Nobieh Talaei mit Hund Merlin beim Drapieren an der Schneiderpuppe © Shinji Minegishi

ZEITmagazin ONLINE: Bitte erklären Sie Ihr Design in einem Satz.

Nobieh Talaei: Mein Design stellt die Verbindung aus skulpturalen und malerischen Elementen dar, die auf archetypischen und puristischen Formen basieren.

ZEITmagazin ONLINE: Sie führen Ihr eigenes Label. Wie geht es Ihnen als Jungunternehmerin?

Nobieh Talaei: Mein eigenes Label aufzubauen ist die schönste Herausforderung, die ich mir als Jungunternehmerin vorstellen kann. Meine Aufgabe besteht darin, Kreativität und wirtschaftliche Realität erfolgreich auszubalancieren.

ZEITmagazin ONLINE: Was würden Sie tun, wenn Sie keine Modedesignerin wären?

Nobieh Talaei: Ich kann mir kaum vorstellen, etwas anderes zu machen, als Mode zu entwerfen.

ZEITmagazin ONLINE: Was hilft Ihnen, um in Arbeitsstimmung zu kommen?

Nobieh Talaei: Mein allmorgendlicher Spaziergang mit meinem seit Jahren treuesten Begleiter, meinem Hund Merlin.

Nach Stationen an der Modeschule ESMOD und bei verschiedenen Modehäusern hat Nobieh Talaei nun ihr eigenes Atelier in Berlin eröffnet. © Shinji Minegishi

ZEITmagazin ONLINE: Was tun Sie, wenn Ihnen partout nichts einfallen will?

Nobieh Talaei: Um neue Inspiration zu finden, spaziere ich über Flohmärkte oder stöbere in Antiquitätenläden.

ZEITmagazin ONLINE: Was hat Sie zu Ihrer aktuellen Kollektion inspiriert?

Nobieh Talaei: Die eindrucksvollen Schilderungen meiner Großmutter über die Lebensart der Nomaden im persischen Raum. Und der jüngste Kauf antiker, nomadischer Kleidungsstücke in einem Berliner Auktionshaus.

Luftig, fließend und raffiniert drapiert sind die Kleider von Nobieh Talaei. © Shinji Minegishi

ZEITmagazin ONLINE: Berlin gehört nicht zu den großen Modemetropolen. Warum leben und arbeiten Sie trotzdem hier?

Nobieh Talaei: Berlin ist meine Heimat. Die Stadt inspiriert mich, ganz besonders wegen der großen gesellschaftlichen Gegensätze, der kulturellen Vielfalt und der gelebten Toleranz.

ZEITmagazin ONLINE: Stellen Sie sich vor, man stellt Ihnen unbegrenzt finanzielle Mittel für eine Show zur Verfügung. Wie sähe Ihre ideale Modenschau aus?

Nobieh Talaei: Egal wie viele finanzielle Mittel ich zur Verfügung hätte, am Ende soll es bei meinen Schauen stets um die Mode selbst gehen. Sie bleibt im Vordergrund. 

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