Bereits um 6.00 Uhr wecken uns die ersten bestiefelten Schritte in der schönen Panorama-Lodge am oberen Rand von Namche Bazar. Die erste Nacht in ca. 3.500 m Höhe brachte wohl für die meisten wenig Probleme. Ich habe jedenfalls sehr gut geschlafen. Herrlicher Blick auf den LotseFoto: Bernd Loppow

Draußen ist es hell, aber der Ort und die Umgebung liegen versteckt im Morgennebel. Um 7.00 Uhr stehen wir auf, dann gibt es reichliches Frühstück in dem schönen Gastraum der Lodge. Immer noch Nebel draußen, die Berge verstecken sich.

Vor der Lodge ist wieder großer Aufmarsch mit dem uns bereits bekannten Fernsehteam von ABC: Peter Hillary mit Tochter ist eingetroffen, Reinhold als Pressemagnet ist sowieso da. Alle fotografieren. Die Träger des Fernsehteams mit ihren unglaublichen Lasten machen sich auf den Weg. Reinhold und Bernd warten auf die Nachricht vom Hubschrauber mit der Urne von Toni Hagen, dem großen Schweizer Geographen und Nepalforscher, der vor wenigen Wochen in der Schweiz gestorben ist. Sie wollen den letzten Weg seiner Aschenurne im Himalaya begleiten. Toni Hagens Buch über Nepal ist nach wie vor äußerst lesenswert.

Gegen 8.00 Uhr klart es etwas auf, die unglaublich schöne Lage von Namche in den Bergen wird langsam sichtbar und erfahrbar. Gegen 9.00 Uhr machen wir uns auf den Weg, hinauf nach Kumjung und Khunde. Unser erster Besuch soll dem Everest View Hotel auf zirka 3.880 Meter Höhe gelten. Der Aufstieg ist steil und staubig. Wechselnde Wolkenformationen und Ausblicke begleiten uns: Plötzlich tauchen unglaubliche Bergspitzen über den Wolken auf und lassen uns staunend immer wieder stehen bleiben. Tamserku, Ama Dablam und Lhotse.

Im Everst View Hotel, das sehr verlassen wirkt, aber eine bemerkenswert gute Architektur im Äußeren aufzeigt, gibt es Tee von etwas verschlafenem Personal. Die Aussicht auf den Lhotse entschädigt voll.

Wir gehen wieder leicht bergab durch blühende Rhododendren und Kiefern zwischen großen Steinblöcken wie in einer chinesischen oder japanischen Parklandschaft hinab ins schöne Dorf Kumjung. In der Ferne sehen wir unseren morgigen Weg nach Tengboche.