Daten sind flüchtig - einmal gelöscht, sind sie für alle Zeiten verschwunden. Das glauben jedenfalls viele Computernutzer. Zum Beispiel der Angestellte einer deutschen Maschinenbaufirma, der sich selbstständig machen wollte und dazu den gesamten E-Mail-Verkehr seiner Firma und andere wichtige Daten kopierte. Er räumte danach zwar seine Festplatte auf, aber die Computerforensiker einer Spezialfirma konnten nicht nur gelöschte Dateien wieder sichtbar machen, sondern genau protokollieren, zu welcher Zeit auf dem Rechner welche Kopiervorgänge ausgeführt worden waren.

Computerforensik, die gerichtsverwertbare Aufarbeitung von Daten, ist eine neue Spielart des Detektivwesens, die heute schon fast gleichberechtigt neben der traditionellen Schnüffelarbeit steht – in einer Zeit, in der selbst Zuhälter Excel-Tabellen über ihre Geschäftsvorgänge führen. In Großbritannien und Schweden konnten schon Mörder mit Hilfe von Datenspuren überführt werden. Aber Vorsicht: Wenn zum Beispiel der Chef persönlich hinter einem verdächtigen Mitarbeiter herschnüffelt und kurzerhand dessen Computer startet, kann er allein dadurch schon wertvolle Indizien zerstören. Nur die so genannte "forensische Kopie" einer Festplatte, bei der garantiert keine Daten verändert werden, kann nachher auch als Beweismittel vor Gericht dienen.