Zivilisierte Menschen leben in den Städten, wilde Tiere in der Natur. Stimmt’s?
Stimmt schon lange nicht mehr. Der Mensch breitet sich immer mehr aus, und die dadurch immer weiter zurückweichende Natur bietet der Tierwelt immer weniger Lebensraum. Aber Tiere sind schließlich auch nicht blöd – und passen sich einfach ihrer neuen Umgebung an.
Da werden Nester mit Plastikabfällen hübsch gemacht, Mülltonnen nach übersehenen Leckerbissen durchforstet – und wer raffiniert wie die Orientalische Mauerwespe ist, baut seine Nester einfach in Buchrücken.

Und wer sich schon gefragt hat, wieso man entlang von Autobahnen besonders viele Raubvögel sieht, muss nur bedenken, was dort an Kleingetier unter die Räder kommt. Wozu noch selbst jagen, wenn diese anstrengende Tätigkeit netterweise der Mensch erledigt? Und da reden wir noch gar nicht von den Geiern in Simbabwe, die die Minenfelder zu schätzen lernten.

Doch es gibt natürlich auch Nachteile: Stadt-Nachtigallen müssen bis zu fünf Mal lauter singen als die Landeier, und der menschliche Abfall findet sich des öfteren nicht nur harmlos in Vogelnestern, sondern auch im Magen der Tiere wieder.
Die Vermischung der Lebensräume bedeutet einen neuen, steten Kampf um gegenseitige Anpassung.