Gefahr für die Großstädte der Welt: Wissenschaftler der United Nations University (UNU) in Bonn warnen vor Überflutungen – im Untergrund. "Versteckte Verletzlichkeit von Megacities" heißt eine Studie, die sie Anfang des Jahres vorstellten. In aller Kürze lautet ihre Hypothese, dass die wild wuchernden Hohlräume unter der Oberfläche der Metropolen – besonders solcher in Küstennähe – bei Überschwemmung zur Todesfalle werden könnten. Nicht nur, dass Menschen in voll gelaufenen U-Bahn-Schächten und unterirdischen Einkaufszentren ertrinken könnten (solche Unfälle gab es schon mehrfach). Die UNU-Forscher befürchten sogar, dass eine Flut im Untergrund zum Einsturz ganzer Gebäude führen könnte. Achthundert Millionen Menschen seien weltweit jährlich durch Fluten bedroht, schätzt die UNO.

Tokyo, der größte und modernste städtische Verdichtungsraum der Welt, sorgt vor. Hier sind sich die Menschen der Gefahr von Taifunregen, Erdbeben und Tsunamis bewusster als irgendwo sonst. Damit ihre Stadt bei extremem Regen nicht untergeht, bauen die Japaner "G-Cans", ein riesiges unterirdisches Flusssystem, das Fluten in den Pazifik leiten soll. Kathedralengleich erstreckt sich G-Cans sechzig Kilometer unter der japanischen Hauptstadt, nächstes Jahr wird es fertig gestellt.

Städten, die sich solche zwei Milliarden Euro teure Schutzvorrichtungen nicht leisten können, empfiehlt der Bonner UNU-Forscher Janos Bogardi: Gegen Starkregen einfach kleine Deiche um die Eingänge von U-Bahn-Stationen ziehen!