Schon viele haben versucht, ein totsischeres System zu entwickeln, mit dem man beim Roulette gewinnt - und fast alle haben sich damit   ruiniert. Es ist aussichtslos, in der Reihe der gefallenen Zahlen   nach einem Muster zu suchen, das sich ausbeuten lässt. Denn die Kugel   hat kein Gedächtnis, und auch nach zehnmal Rot ist Schwarz nicht wahrscheinlicher.

Während dem Glücksspiel mit Mathematik nicht beizukommen ist,  versuchen es einige pfiffige Spieler mit Physik. Das Casino erlaubt   das Setzen auch noch, wenn die Kugel bereits im Kessel rollt - wenn   also im Prinzip alle physikalischen Größen, die den Ausgang des   Spiels bestimmen, bereits festliegen. Lässt sich das chaotische  Hüpfen der Kugel im Kessel berechnen?

Einige Tüftler glauben: ja. Sie fallen nicht weiter auf in den Spielbanken, denn sie wollen kein Aufsehen erregen. Unter der Kleidung aber sind sie mit moderner Elektronik verkabelt, mit   Schaltern im Schuh, Hörgeräten im Ohr und einem handelsüblichen Mini-  Computer in der Tasche. Der berechnet aus der Umlaufzeit von Roulettekugel und Zahlenkranz eine Prognose für den Ausgang des   Spiels. Die ist zwar alles andere als fehlerfrei - aber wenn sie nur   in jedem 20. Spiel stimmt, reicht das für einen komfortablen Vorteil gegenüber der Spielbank. Und ein steuerfreies Nebeneinkommen.