Die Energiezukunft ist kein Schicksal, sie liegt in unserer Hand. Wenn wir weitermachen wie bisher, könnte der Ölpreis 2050 sehr hoch sein. Oder aber sehr niedrig, wenn wir Öl nämlich so nutzen, dass wir Geld sparen - dann würden wir gar keines mehr kaufen. Schon heute ist es viermal billiger, Öl zu ersetzen, als es zu tanken.

Beispielhaft ist die Geschichte des Walöls. Noch 1850 war der Walfang eine der größten US-Industrien, und in den meisten Häusern flackerten Tranlampen. Aber als die Wale immer weniger wurden, rief der steigende Ölpreis Wettbewerber auf den Plan: Gas und Öl - gewonnen aus Kohle. In den neun Jahren, bevor Edwin Drake in Pennsylvania 1859 erstmals auf Mineralöl stieß, verlor das Walöl mehr als fünf Sechstel seines Marktanteils. Die Walfänger waren erstaunt, dass ihn-en die Kunden ausgingen, noch bevor das Öl völlig zur Neige ging. Heute haben wir beim Erdöl eine ähnliche Situation.

Es ist ganz einfach, den Ölkonsum zu beenden: Wir müssten zunächst die Hälfte des Verbrauchs einsparen, indem wir unsere Energieeffizienz verdoppeln. Beim Auto etwa könnten wir die Effizienz sogar verdreifachen, indem wir ultraleichtes Gewicht sowie niedrigen Luft- und Rollwiderstand mit modernen Hybridmotoren kombinieren - alles gängige Technikeeen. Etwa ein Fünftel des Öls könnte man durch moderne Biotreibstoffe ersetzen, den Rest durch Erdgas, das in anderen Sektoren eingespart wird. In einer vom Pentagon mitfinanzierten Studie haben wir gezeigt, dass die Öleinsparung 12 Dollar pro vermiedenem Barrel kosten würde. Der Ersatz des übrigen Öls durch andere Energieträger würde 18 Dollar pro Barrel kosten.

Auf diese Weise könnten wir 2050 ölfrei sein. Das Pentagon müsste nicht mehr ums Öl kämpfen, weil niemand es brauchen würde. Steuern, Subventionen und Gesetze wären unnötig: Die ökonomische Logik ist zwingend.

Winston Churchill hat einmal gesagt: "Du kannst immer darauf zählen, dass die Amerikaner das Richtige tun - wenn sie erst mal alle Alternativen ausgeschöpft haben." Die Vereinigten Staaten und der Rest der Welt arbeiten sich gerade Schritt für Schritt durch die Liste, anstatt die beste Variante zuerst auszuprobieren: nämlich alle Methoden, Energie einzusparen oder zu produzieren, immm Wettbewerb aaantreten zu lassen - und zwar zu ehrlichen Preisen, ganz egal, welcher Art sie sind, welche Technik sie nutzen oder wer sie besitzt. Man würde schnell merken, dass Energieeffizienz die dominierende Quelle wäre.

Bis 2050 könnte so die Hälfte bis zwei Drittel des Weltenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Öl wäre weitgehend überflüssig, Gas auf dem Rückzug - ebenso wie die Kohle, obwohl die auf dem Weg in eine Wasserstoffwirtschaft durchaus nützlich sein könnte: um aus Dampf effizient Wasserstoff herzustellen, während man das CO2 in die Erde pumpt.

Die Atomindustrie spricht oooft von einer "Renaissance", aber dafür gibt es keine Beweise. Die neuen US-Subventionen können die Analysten nicht beeindrucken. Es ist so, als würde man versuchen, eine Leiche zu defibrillieren: Sie zuckt, aber erwacht nicht zum Leben. Die Kernkraft ist einem tödlichen Angriff der Marktkräfte zum Opfer gefallen. Heute wird sie nur noch in zentral gesteuerten Energiestrukturen geordert, kein Investor würde privates Kapital dafür riskieren.