"Kennzeichnen Sie Twain, der berühmte Schriftsteller, klagte einmal: ›In Paris starrten sie einfach an, als ich mit ihnen auf französisch sprach; Ich nie folgte, mit, jene Idioten zu bilden, verstehe ihre Sprache.‹"

Na, das übersetzen wir besser noch mal; die Übersetzungs-Software der Firma Systran ist da augenscheinlich überfordert. Sie kennt nicht mal Mark Twain und versucht prompt, den Vornamen mit zu übersetzen - so wird in der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche aus Mark dann "Kennzeichnen Sie". Tatsächlich hat Twain dies gesagt: "In Paris haben sie mich immer nur angestarrt, wenn ich Französisch mit ihnen gesprochen habe; nie ist es mir gelungen, den Idioten ihre eigene Sprache verständlich zu machen."

Systran gehört zu den führenden Anbietern in Sachen Maschinenübersetzung, die Software wird von der Europäischen Union ebenso eingesetzt wie von Daimler, Cisco und anderen Großunternehmen. Und doch ist das System schon mit einem simplen Ausdruck wie Well done! überfordert. Daraus macht es fröhlich "Brunnen getan!", schließlich kann well im Englischen beides bedeuten, "gut" oder "Brunnen", je nach Zusammenhang, und den hat die Software offenbar nicht erkannt.

Es wäre unfair, die mangelnde Sprachkompetenz der Computer auf inkompetente Programmierer zu schieben. Die Übersetzungspannen offenbaren nur, was Sprachforscher schon lange wissen: Sprache ist eine hoch komplexe Angelegenheit, besonders für ein schlichtes Rechenhirn, dessen Welt bei null beginnt und bei eins aufhört.

Seit über 30 Jahren bemüht sich Systran, Computern die Feinheiten menschlicher Kommunikation beizubringen. In mühevoller Kleinarbeit füttern Programmierer in Paris Tag für Tag ihre Rechner mit Regeln für derzeit 36 Sprachpaare, von Englisch/Chinesisch bis Portugiesisch/ Französisch. Grammatik, Satzbau und Bedeutung werden dabei berücksichtigt, ergänzt um einen lexikalischen Wortschatz. Die Idee: Beschreibt man dem Computer die Sprachen nur ausführlich genug, müsste er Texte übersetzen können, ohne ihren Sinn zu kennen. Erfüllt hat sich die Hoffnung bisher nicht.

"Übersetzen ist ein schwieriges Problem", sagt Systran-Chef Dimitris Sabatakakis. "Computer besitzen nun mal keinerlei Intelligenz. Ein Mensch kann eine Sprache schon mit tausend Wörtern sprechen. Wir haben Computermodelle mit über einer Million Wörtern - und trotzdem können sie nicht mit einem Menschen mithalten." Aber besser eine radebrechende Übersetzung als gar keine, argumentiert er. "Es gibt zu viele Texte, die übersetzt werden müssen. Menschen allein können das gar nicht schaffen."

Besonders im Internet wächst der globale Informationshunger, und fast alle großen Portale von AOL bis Yahoo! bieten Übersetzungshilfen an, die auf Systran-Software basieren. 30 Millionen Web-Seiten übersetze seine Firma Tag für Tag, sagt Sabatakakis, also müssen es die Menschen doch nützlich finden, oder? "Wir zwingen ja niemanden, unser System zu nutzen."