Antike: Hippokrates teilt Lebensmittel in warme, kalte, feuchte und trockene ein. Demnach sind Pilze und Obst gefährlich (feucht und kalt!).

Die Nonne Hildegard von Bingen empfiehlt im 11. Jahrhundert Obst, Getreide und Gemüse. Als Küchengifte gelten Erdbeeren, Pflaumen, Pfirsiche und Lauch.

In ihrem Leitfaden aus dem 12./13. Jahrhundert raten die Forscher der Medizinschule von Salerno dem englischen König unter anderem zu Hirn, Hoden, Mark, rohen Eiern, reifen Feigen, frischen Trauben und süßem Wein. Pfirsiche, Äpfel, Birnen, Milch, Käse, salziges Fleisch, Kaninchen, Ziegen-, Hirsch- und Rindfleisch halten sie für gesundheitsschädlich.

16. Jahrhundert: Paracelsus deutet Verdauung als Gärprozess; gesund ist, was schnell verdirbt: Sardellen, Salat, Mangold, Austern und Oliven. Pilze und Obst werden rehabilitiert. Zucker hält man für schädlich.

Im 19. Jahrhundert entdecken Wissenschaftler, dass die Nahrung aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen besteht. Eiweiß gilt als Nährstoff für den Körperaufbau. Mehr tierische Eiweiße, lauten die Empfehlungen. Obst und Gemüse verachtet man wegen des hohen Wassergehalts.

1909: Die Vitamine werden entdeckt. Seit den 1920er Jahren heißt es: Mehr frisches Obst und Gemüse, weniger Fleisch. Zucker ist als Energielieferant rehabilitiert.

In der Nazizeit gilt einfache, natürliche Kost vom deutschen Acker als gesund, unter anderem forscht ein "Reichsvollkornbrotausschuss".