Wie sicher ist eine Bluttransfusion?

Sehr sicher. Die Blutspendedienste untersuchen jede Konserve rund 15-mal auf Krankheitserreger. In Deutschland wird daraufhin ungefähr eine von 200 Blutspenden verworfen, weil ein Virentest angeschlagen hat: HIV fand sich laut Robert-Koch-Institut im Jahr 2003 bei 0,008 Prozent der Erstspender, Syphilis bei 0,03 Prozent und Hepatitis C bei knapp 0,1 Prozent. Dennoch bleibt ein Restrisiko: Manche Erreger sind erst Monate nach der Ansteckung im Blut nachzuweisen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich ein noch unbekanntes Virus über Blutspenden verbreitet: In den 80er Jahren steckten sich Tausende Bluter über Gerinnungsfaktoren aus Spenderblut mit Hepatitis C an.

Was steckt im Blut?

Bei Säugetieren besteht Blut zu mindestens der Hälfte aus Plasma, einer gelblichen Flüssigkeit, in der Salze, Mineralien, Kohlenhydrate, Fette und rund hundert verschiedene Proteine gelöst sind. Beim Menschen beträgt der Plasmaanteil normalerweise um die 55 Prozent. Versetzt man Blut, wie in diesem Bild, mit Gerinnungshemmern, setzen sich die Blutzellen deutlich sichtbar vom Plasma ab. Ihr Anteil, der Hämatokritwert, liegt beim Menschen bei etwa 44 Prozent. Die häufigsten Zellen sind die roten Blutkörperchen: Ein Mikroliter Blut enthält rund fünf Millionen davon. Sie haben eine Lebensdauer von rund 120 Tagen - daher die begrenzte Haltbarkeit von Blutkonserven. Hinzu kommen rund 300.000 Thrombozyten (Blutplättchen) für die Blutgerinnung. Die weißen Blutkörperchen, die Soldaten des Immunsystems, machen nur einen geringen Teil des Hämatokrits aus: In einem Mikroliter Blut schwimmen rund 5000 bis 10.000 dieser Leukozyten.

Was ist Blutdoping?

Ein hoher Hämatokritwert gilt als Hinweis auf Blutdoping: Mit Blutkonserven erhöhen Sportler die Zahl ihrer roten Blutkörperchen und damit ihre Leistungsfähigkeit. Fremdblut kann nachgewiesen werden, daher greifen Athleten auf eigenes Blut zurück, das sie zuvor sammeln. Liegt der Wert über 50 Prozent, werden Sportler ausgeschlossen - nicht nur wegen Dopingverdachts: Solche Werte bedeuten ein deutlich erhöhtes Thrombose-Risiko.

A-positiv oder 0-negativ?

Bestimmte Eiweiße auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen (Antigene) legen die Blutgruppe fest. Die bekanntesten Einteilungen sind das AB0-System, das der Wiener Arzt Karl Landsteiner Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte, sowie der Rhesusfaktor, der nach Versuchen mit Rhesusaffen gefunden wurde. Inzwischen sind rund 20 weitere Blutgruppen-Antigene bekannt, zum Beispiel der Kell-Faktor. Die ausgefallenste Blutgruppe ist der "Bombay-Typ". Rund einer von 300.000 Menschen gehört dazu. Größere Blutbanken halten auch Blut dieser Ausnahmegruppe in gefrorenem Zustand vorrätig.

Was kann man aus einem Tropfen Blut ablesen?

Im Blut sind viele Informationen über die Biografie des Individuums gespeichert. Drogen- oder Alkoholprobleme können an den Leberwerten abgelesen werden. Antikörper zeigen an, welche Infektionskrankheiten ein Mensch durchgemacht hat. Ernährungssünden spiegeln sich im Cholesterin wider. Aus den weißen Blutkörperchen können Biotechniker zudem die Erbsubstanz DNA isolieren und mit einem Gentest analysieren. Dieser deckt Erbkrankheiten und Gesundheitsrisiken auf. Zum Beispiel verraten einige Gene die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Der Nationale Ethikrat lehnt solche so genannten Gen-Screenings im Rahmen von Einstellungsuntersuchungen strikt ab. Gesetzliche Regelungen fehlen aber.