Kein Mucks dringt aus dem Raum, in dem sich das Rechenvieh drängt, kein "Muh", kein "Mäh", kein "Oink". Stumm fressen sich die Computer auf der so genannten Renderfarm des kalifornischen Trickfilmstudios Pixar durch die Zahlenhaufen, die ihnen vorgesetzt werden. 3500 hochgezüchtete Maschinen in mannshohen Regalen, darauf abgerichtet, künstliche Welten zu erschaffen.

Es ist kalt und stinkt nach Klimaanlage - so lieben es die Maschinen. Am Anfang gab es auf der Renderfarm noch keine Massentierhaltung, sondern nur ein überschaubares Gehege. Alle Rechner - es waren genau 18 - hatten eigene Namen. "Sie hießen Pferd, Schwein, Kuh und so weiter", erzählt Pixar-Mitarbeiter Randy Nelson, "und wenn sie mit dem Rechnen fertig waren, haben sie gewiehert, gequiekt oder gemuht."

Ein einziges Bild aus dem Nichts zu schöpfen, aus Einsen und Nullen zu "rendern", wie Techniker das Berechnen nennen, dauerte damals, vor knapp 20 Jahren, im Durchschnitt sechs Stunden. Immer neue, schnellere Computer mussten her, bis es sinnlos wurde, sie einzeln zu benennen. "In der Filmwelt reden wir ja nicht gern von Flops", sagt Nelson, "aber in dieser Abteilung wird alles in Flops gemessen." Flops steht für "Fließkomma-Operationen pro Sekunde", den Maßstab für Rechengeschwindigkeit. Die Renderfarm protzt mit 16 Billionen Flops, das entspricht der Leistung von über 5000 Bürocomputern. Was nicht heißt, dass die Filme deshalb schneller fertig werden. "Es dauert immer noch sechs Stunden, ein Bild zu berechnen", sagt Nelson. Die Filme werden dadurch viel detailreicher und realistischer.