In den vergangenen Monaten war es recht still um die Vogelgrippe. Wo versteckt sich das Virus?

Mettenleiter: Das wüssten wir auch gerne. Es gab ja immer wieder sporadische Auftritte der Geflügelpest, zuletzt bei einem Schwan im Zoo von Dresden Anfang August. Offenbar war das Virus die ganze Zeit über im Land versteckt, in irgendwelchen Wildvögeln.

Wird es mit den Zugvögeln jetzt im Herbst zurückkehren?

Zwei Szenarien sind denkbar. Erstens: das Virus, das die ganze Zeit hier war, kann sich unter der beim Vogelzug größeren Zahl von Wildvögeln besser ausbreiten. Oder: Die ziehenden Schwärme bringen ein neues Virus mit. Aber im Grunde ist es egal, ob es eingeschleppt wird oder in der einheimischen Wildpopulation überlebt hat: Mit der höheren Vogeldichte steigt die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Verbreitung.

Müssen Menschen Angst vor der Geflügelpest haben?

Nein, sie müssen keine Angst haben, aber Vorsicht walten lassen. Sie sollten die üblichen Hygieneregeln beachten und keine toten Tiere anfassen. Insbesondere tote Wasservögel wie Enten oder Gänse sollte man den Behörden anzeigen.

Klingt harmloser als die alljährliche Grippewelle im Winter, die von Mensch zu Mensch springt.