Auch im Erwachsenenalter bleibt das Gehirn erstaunlich veränderbar: Wer zu jonglieren beginnt, ein Instrument oder eine Sprache lernt, legt innerhalb von einigen Tagen an grauer Gehirnsubstanz zu. Sie besteht aus einem dichten Geflecht von signalverarbeitenden Nervenzellen und bildet die äußere Schicht des Großhirns. Besonders wichtig für die Verarbeitung von Sprache, Gefühlen, Sinneswahrnehmungen und Muskelreizen sind die äußersten zwei bis fünf Millimeter, auch Großhirnrinde oder Kortex genannt. Diese Zellschicht besteht aus bis zu 0,1 Millimeter langen Nervenzellen, die in einem verzweigten Geäst, den Dendriten, enden. An den Synapsen vernetzen sich die Zellen, Botenstoffe tragen Signale über den synaptischen Spalt. In einem Tierversuch setzten Neurobiologen Mäusen ein Fenster in den Schädel und schauten den lebenden Tieren mit einem Spezialmikroskop alle paar Tage ins Gehirn. Sie konnten beobachten, wie sich innerhalb kurzer Zeit neue Verknüpfungen bildeten. Im menschlichen Gehirn könnte sich Ähnliches abspielen: Dass die Hirnmasse schon nach wenigen Tagen zunimmt, deutet auf die Entstehung neuer Nerven und Synapsen hin. Nur diese können so schnell wachsen, anderes Gewebe nicht.

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Unser Gehirn überrascht die Wissenschaftler:Wer es trainiert, wird mit Wachstum belohnt "