Am einfachsten ist es natürlich, die Dateien in den Papierkorb zu schieben und diesen zu leeren. Richtig gelöscht wird der Inhalt dabei allerdings nicht, denn die Betriebssysteme ersetzen nur den ersten Buchstaben des Dateinamens durch ein Sonderzeichen. Daran erkennen sie fortan, welche Dateien sie nicht mehr anzeigen sollen. Wirklich entfernt werden die Dokumente erst, wenn ihr Speicherplatz für andere Daten gebraucht wird und sie überschrieben werden. Bis dahin können Programme wie "Unerase" alles Gelöschte binnen Sekunden wiederherstellen.

Sollen Dokumente sofort und für immer ins Daten-Nirwana geschickt werden, kann man sie auch mit speziellen Löschprogrammen wie "DataEraser" entfernen. Diese überschreiben die Festplatte mit Nullen und Einsen, den kleinsten Einheiten in der Informations-technik. Eine winzige Wahrscheinlichkeit, an die Informationen zu kommen, besteht dann allerdings immer noch.

Je nachdem, ob Nullen oder Einsen auf die Platte gespeichert werden sollen, werden winzige Metallteilchen magnetisch nach rechts oder nach links gepolt. Weil dies oft nicht vollständig gelingt, kann man hinterher mit großem Aufwand ableiten, was an dem entsprechenden Fleckchen gespeichert war. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt deshalb, Dateien mit verschiedenen Mustern aus Nullen und Einsen mehrmals zu überschreiben. Wer auf Nummer sicher gehen will, fährt mit einer Dampfwalze über seine Festplatte oder zerschreddert sie.

Reinhold Kern ist Chef der Computerforensik bei Kroll Ontrack. Im Auftrag von Konzernen, Kriminalämtern und Staatsanwaltschaften sucht er auf Festplatten von Verdächtigen nach Beweisen.

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