1. Leihen Sie sich den Film Das Fest von Thomas Winterberg zur Anregung aus. Dann forschen Sie in Opas Leben nach. Gab es Missbrauch, Inzest, rechtsradikale Ausfälle? Hat Opa geklaut, Oma betrogen, war er vielleicht heimlich schwul? Film braucht Drama. Ein Film ohne Konflikte wäre einfach nur langweilig. Falls Sie an Opa überhaupt nichts Negatives finden, müssen Sie auf der Feier provozieren. Besoffene machen sich immer gut, auch Leute mit mieser Laune, streitende Ehepaare oder gelangweilte Enkel. Kinder sind immer am ehrlichsten. Gott sei Dank gibt es keine glücklichen Familien!

2. Bei Anfängern wackelt die Kamera üblicherweise, selbst Filmstudenten machen zu viele schnelle Zooms und Schwenks. Nehmen Sie besser ein Stativ, und überlegen Sie sich vorher, was Sie filmen wollen. Weniger ist mehr. Beim Ton verwenden viele fälschlicherweise das eingebaute Mikro und positionieren die Kamera zu weit entfernt vom Redner. Bleiben Sie lieber nah dran, oder stellen Sie ein Extra--mikro-fon mit Verlängerungskabel auf. Wollen Sie beim Bild flexibel sein, nehmen Sie nur Szenen auf, in denen nicht geredet wird – und gehen Sie näher ran, wenn jemand wirklich etwas zu sagen hat.

3. Ein Extrainterview mit dem Jubilar in einem ruhigen Raum ist hilfreich. Die Fragen sollten möglichst intim sein. Uns als Zuschauer interessieren seine Gefühle, nicht sein Beruf. Fragen Sie nach der ersten Liebe, nach den schwersten Stunden! Macken interessieren uns mehr als Selbstlob!

4. Befragen Sie die Gäste einzeln nach ähnlichen Ereignissen. Es wird lustig sein, wie verschieden die Antworten sind. Auch Fragen zur Kleidung können amüsant sein. Was hat Opa am liebsten angezogen? Was für einen Frauentyp bevorzugte Opa? Hat er eine Leiche im Keller? Wie reich ist Opa?

5. Wichtig ist, dass Sie sich klarmachen, dass man nicht alles filmen kann, es sei denn, man hat 20 oder 100 Kameras. Wir brauchen eine visuelle Idee. Filmen Sie die Personen von hinten, dann werden sie interessanter. Manchmal entdeckt die Kamera unter dem Tisch mehr als darüber. Oder filmen Sie aus der Sicht einer Hauptperson das Ereignis. Des Enkels? Der Oma? Des Hundes?