Wer nicht ungewollt zum Mittäter bei einer Geldwäsche werden möchte, sollte sich zunächst klarmachen, was man darunter versteht. Gewaschenes Geld stammt in den meisten Fällen aus illegalen und somit strafbaren Handlungen wie beispielsweise Raubüberfällen, Steuerhinterziehungen, Bestechungen oder Drogengeschäften. Die Täter geben sich also alle Mühe, die Herkunft des Geldes zu verschleiern und es unauffällig wieder in den legalen Wirtschaftskreislauf einfließen zu lassen.

Lassen Sie sich nicht blenden, und seien Sie aufmerksam: Restaurants ohne Speisende, Hotels ohne Gäste oder Geschäfte ohne Kunden, die über Jahre hinweg nicht pleitegehen, sind verdächtig. Besonders auffällig wird das Delikt der Geldwäsche dann, wenn plötzlich und ganz unerwartet viel Bargeld auftaucht oder wenn aus nicht nachvollziehbaren Gründen schlechte Konditionen bei Geldanlagen akzeptiert werden. Und man muss wissen: Geld wird überall gewaschen. So ist die Chance, dass im Kasino am Roulettetisch jemand neben Ihnen steht, der durch Glücksspiel versucht, seine zweifelhaft erworbenen Geldscheine reinzuwaschen, gar nicht so gering. Für die Geldwäsche im großen Stil werden oft Geldbeträge auf ausländischen Treuhandkonten geparkt. Die Profis zahlen dabei staffelweise unterschiedlich hohe Summen auf ihre verschiedenen Konten ein.

Unkomplizierter zu verschleiern sind kleinere Beträge. So kann der Kleindealer von nebenan seine 3000 Euro Gewinn recht unauffällig nach und nach im Kaufhaus, im Restaurant oder beim Bäcker unters Volk bringen. Misstrauen erweckt das nicht, und so bleiben wohl viele dieser kriminellen Machenschaften auf ewig im Dunkeln, und wir werden unbewusst zu Handlangern im Geldwäschegeschäft.

Wilfried Maier ist Richter am Oberlandesgericht in München und deckte vor sieben Jahren als Staatsanwalt die CDU-Spendenaffäre auf.