Eine Gesundheitsprüfung wird in einigen Betrieben, für den Beitritt in privaten Krankenkassen und für die Erneuerung von Arbeitslizenzen, zum Beispiel bei Bus- und Taxifahrern, durchgeführt. Wichtig ist dabei vor allem, sich gut vorzubereiten. Etwa durch eine vorherige private Voruntersuchung: Die deckt eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigungen auf, und man kann dann noch rechtzeitig etwas unternehmen. So sollte man mehrere Wochen, wenn möglich sogar Monate vor einer betrieblichen Untersuchung einen Lungenfunktionstest machen. Ist das Ergebnis nicht so gut, bleibt genug Zeit, um es zumindest einigermaßen zu korrigieren. Neueinsteiger sollten sich lange vor ihren Bewerbungen überlegen, welche Anforderungen der Job an sie stellen wird.

So können im Vorabcheck alle Aspekte überprüft und im Zweifel behandelt werden. Feuerwehrmänner zum Beispiel müssen körperlich extrem fit sein, das Tragen schwerer Atemmasken darf ihnen keine Probleme bereiten. Ein Busfahrer muss besonders gute Augen und gute Cholesterinwerte haben. Ist bei einem Bewerber der Cholesterinspiegel zu hoch, kann er ihn rechtzeitig mit Medikamenten und durch Sport absenken. Eine gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport spielen generell eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung.

Chronische Krankheiten müssen ganz besonders im Auge behalten werden. Im besten Falle sollte man präventiv handeln und regelmäßige Kontrollen durchführen lassen. Ein weiterer Ratschlag: Raucher sollten so früh wie möglich das Rauchen einschränken oder ganz einstellen. Verbieten kann ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern das Rauchen jedoch grundsätzlich nicht – zumindest nicht außerhalb des Jobs.

Auch nach der Menge des Alkoholkonsums darf der Chef nicht fragen. Tut er es doch, muss ihm der Bewerber darauf nicht antworten. Aber früher oder später fällt Alkoholismus auf, sodass man sich vor dem Antritt seines Traumstelle in eine Entziehungskur begeben sollte. Sollten einige Ergebnisse der Voruntersuchung nicht den Anforderungen entsprechen, kann man den Arzt bitten, die Diagnose mit einem ICD-Schlüssel darzustellen, der weniger verfänglich ist. Oder man bittet den Arzt, eventuell verfängliche Diagnosen zu revidieren oder zu entschärfen. Eine Depression zum Beispiel kann bereits das Ausscheiden aus der Bewerbungsrunde, der betrieblichen Gesundheitsprüfung oder dem Krankenkassencheck bedeuten. Wird diese Depression jedoch als vorübergehende, reaktive depressive Verstimmung betitelt, hat dies normalerweise keine negativen Folgen für den Patienten.

Dr. Uwe Ricken vom Berufsverband selbstständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte e. V. ist gegen Gesundheitsprüfungen.