Flirten ist immer auch Stress. Wie wird sie reagieren? Findet er mich uninteressant? Der Körper schüttet Adrena-lin und andere Stresshormone aus, die Sinne werden geschärft, das Herz schlägt schneller, die Wangen röten sich. Der Liebesforscher Arthur Aron hat in seinem kleinen, aber anschaulichen Brücken-Experiment gezeigt, dass wir diese Aufgeregtheit nur schlecht von anderen Stressreaktionen unterscheiden können. In der Mitte einer gefährlich schwankenden Brücke positionierte er eine schöne Assistentin, die männliche Probanden bat, einen Fragebogen auszufüllen. Für den Fall, dass noch Fragen auftauchen sollten, gab die Frau ihnen ihre Telefonnummer. Und tatsächlich: Neun der achtzehn Männer riefen an. Aron wiederholte den Versuch auf einer soliden Holzbrücke. Hier griffen nur zwei der sechzehn Teilnehmer zum Hörer. Die adrenalingepuschten Wackelbrücken-Gänger führten einen Teil ihrer Aufregung offenbar auf die Frau zurück statt auf ihre Canyonquerung. Ob wir jemanden spannend finden, hängt aber auch davon ab, was dessen Äußeres über seine Fortpflanzungsfähigkeit aussagt. Ein kantiges Männergesicht verrät einen hohen Testosteronspiegel und kann auf ein schlagkräftiges Immunsystem deuten. Bei Frauen sprechen weibliche Rundungen, glatte Haut und große Augen für hohe Östrogenspiegel. Männer und Frauen finden außerdem symmetrische Körper besonders schön sie stehen für Gesundheit. Deshalb helfen Frauen nicht nur mit Schminke und Frisuren nach, auch ihr Hormonsystem blendet kräftig mit: Während des Eisprungs werden ihre Gesichtszüge ebener und ihre Körper proportionierter. Männer finden auch den weiblichen Geruch in dieser Zeit deutlich anziehender.