Vincent Klink wurde 1949 in Schwäbisch Gmünd geboren, er lernte nach seiner Schulzeit im Kloster-Internat Koch. Mit 25 Jahren eröffnet er mit seiner Frau Elisabeth sein erstes Restaurant, den "Postillon" in Schwäbisch Gmünd und wird 1978 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Seit 1991 führt das Ehepaar Klink das Restaurant "Wielandshöhe" in Stuttgart. Mit dem Schriftsteller Wiglaf Droste gibt Vincent Klink eine Zeitschrift heraus, er schreibt Bücher, kocht regelmäßig im "ARD-Buffet" und setzt sich für artgerechte Tieraufzucht und -haltung und biologischen Anbau von Lebensmitteln ein. Bei  ZEIT online schreibt er für das Blog "Nachgesalzen".

ZEIT ONLINE: Herr Klink, Sie sagen, ein Hafenarbeiter in Neapel verstehe mehr von genussvollem Essen als der gesamte Deutsche Bundestag. Wie kommen Sie darauf?

Vincent Klink: Das ist vielleicht etwas polemisch, aber ich stehe dazu. In Italien ist gutes Essen immer noch viel selbstverständlicher als bei uns. Man nimmt sich dort mehr Zeit und legt vor allem mehr Wert auf gute Produkte.

ZEIT ONLINE: Die Deutschen sind weniger anspruchsvoll?

Wir geben von allen europäischen Nationen am wenigsten für Lebensmittel aus und neigen eher dazu, Schlechtes aufzumotzen. Billiger Mist, aber die tollste Tischdekoration – mit Sinnlichkeit hat das überhaupt nichts zu tun.

ZEIT ONLINE: Was läuft denn verkehrt?