Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss der Anteil erneuerbarer Energien deutlich steigen, sagen Energieexperten. Eine Studie hat aber gerade
festgestellt, dass Berlin keine "ambitionierte und differenzierte Zielsetzung" in diesem Bereich hat. Was ist der Grund?

Das liegt in der Natur der Sache, in Stadtstaaten ist es nicht so leicht, erneuerbare Energien einzusetzen. Inzwischen hat sich die Lage in Berlin allerdings auch geändert: Wir haben eine Biomassestudie in Auftrag gegeben, wir schauen uns Geothermie genauer an und haben das erste Windrad in Betrieb genommen. Zudem entwickelt sich unsere Solardachbörse gut.

Ein ausgereiftes Konzept für eine klimafreundliche Energieversorgung fehlt, aber...

Wir haben das Problem, dass Berlin früher im Klimaschutz aktiv geworden ist als andere. Und in der besagten Studie schneiden vor allem Bundesländer gut ab, die kürzlich Klimaschutzpakete verabschiedet haben. Berlin entwickelt seit 1994 solche Konzepte, sie heißen hier Energieprogramme. Ich bin überzeugt davon, dass wir ganz vorn sind, was die praktische Arbeit angeht.

Aber auch die Energieprogramme sind auch kaum konkret.

Deshalb schließen wir ja auf Grundlage des Energieprogramms Klimaschutzvereinbarungen mit der Wirtschaft, die dezidierte Ziele enthalten. Zuletzt haben wir im Januar mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften ein solches Papier unterzeichnet.

Wie passt ein Kohlekraftwerk, wie es der Energieversorger Vattenfall für den Stadtteil Rummelsburg erwägt, nach Berlin?

Ich habe immer deutlich gemacht, dass ich kein Verständnis für ein neues Kohlekraftwerk habe. Es würde unseren Klimaschutzzielen diametral entgegenstehen. Wir können uns einen Klimakiller dieser Dimension nicht leisten. Daher arbeite ich in der stadtpolitischen Diskussion darauf hin, dass wir erst gar keinen Antrag für ein solches Kraftwerk bekommen. Der rechtliche Rahmen, es abzulehnen, wäre sehr eng.

Welche Möglichkeiten hätten Sie, es abzulehnen?

Vor einem Antrag müsste erst einmal eine Umweltprüfung erfolgen und im Rahmen derer würde man natürlich auch Klimaschutz-Aspekte berücksichtigen, man würde zum Beispiel die Folgen für Gewässer und Natur untersuchen. Wir bereiten uns schon jetzt darauf vor, indem wir die energiepolitischen Rahmenbedingungen genauer beschreiben.