Beamen

Der Traum: "Beam me up!" Für Scotty, den Chefingenieur der "Enterprise", war es Routine, so selbstverständlich wie telefonieren: Einfach ein paar Regler verschieben, und schon sind Menschen an einem anderen Ort.

Die Realität: Scottys Erben geben sich bescheiden: Statt an Menschen versuchen sie sich an Atomen. Deren Teleportation, so das Fachwort fürs Beamen, klappt schon recht gut. Physikern der University of Maryland ist es Anfang des Jahres gelungen, den Zustand eines Atoms über eine Strecke von einem Meter auf ein anderes Atom zu übertragen – schneller als mit Lichtgeschwindigkeit, dem Tempolimit für Informationsaustausch. Die Forscher nutzten dafür eine der seltsamen Eigenheiten der Quantenphysik, der zufolge zwei Teilchen miteinander verschränkt sein können. Dabei befinden sich beide Atome in einem hochsynchronen Zustand; auf Knopfdruck werden die Eigenschaften des einen Teilchens augenblicklich auf das andere übertragen, selbst wenn dieses viele Kilometer entfernt ist.

Die Zukunft: Mit Atomen, vielleicht auch noch mit Molekülen oder Viren funktioniert das Beamen ganz passabel. Darüber hinaus wird es allerdings schwierig. In seinem Buch "Die Physik von Star Trek" hat der US-Physiker Lawrence Krauss ausgerechnet, dass für die Übertragung eines ausgewachsenen Menschen zehn Quadrilliarden Kilobyte (eine Eins mit 28 Nullen) an Daten benötigt würden. Selbst mit der schnellsten derzeit denkbaren Übertragungstechnik würde die Übermittlung der Informationen mehrere Milliarden Jahre dauern. Und noch ein Problem kommt hinzu: Heisenbergs Unschärferelation besagt, dass Ort und Geschwindigkeit eines Teilchens nie gleichzeitig gemessen werden können – für die Rekonstruktion eines Menschen aus seinen Einzelteilchen wäre das aber nicht unwichtig. Um diese Klippe zu umgehen, erfanden die "Star Trek"-Schöpfer kurzerhand einen "Heisenberg-Kompensator". Als das "Time"-Magazin den wissenschaftlichen Berater der Serie fragte, wie so ein Teil denn funktioniere, antwortete der nur: "Es funktioniert sehr gut, danke."

Die Chancen: Leider nur ein Traum, wenn auch ein sehr schöner. Wahrscheinlichkeit, dass der Traum wahr wird: 0,1 %

Schutzschild

Der Traum: Schilde schützen vor ungebetenem Besuch und halten heftigem Bombardement stand.

Die Realität: Ein Trick könnte helfen, die physikalischen Kräfte in ei-nen Schutzschild zu zwängen: Ady Hershcovitch vom Brookhaven National Laboratory erhitzte ein Gas zu einem ionisierten Plasma, das er mit elektrischen und magnetischen Feldern einzwängte und in eine Barriere verwandelte. Damit zog er eine Trennwand zwischen Luft und Vakuum.

Die Zukunft: Zwischen dem Vakuum und dem Photonentorpedo der Klingonen besteht ein nicht unwesentlicher Unterschied. Michio Kaku, Autor des Buchs "Die Physik des Unmöglichen", setzt bei seinem Schutzschild daher auf eine Kombination aus Plasma, einem Sperrgitter aus Laserstrahlen, einer Schicht aus extrem festen Kohlenstoff-Nanoröhrchen und einer photochromatischen Substanz, wie sie in selbsttönenden Sonnenbrillen zum Einsatz kommt.

Die Chancen: Nette Idee, doch alle diese Technologien stehen noch am Anfang. Wahrscheinlichkeit: 25 %