Pro: Ja, sagt Mojib Latif, 55, Professor am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften

Selbst wenn die Vorhersagen der Klimamodelle nur teilweise zutreffen, werden sich ohne Klimaschutz die Lebensbedingungen auf unserem Planeten mit einer bisher ungekannten Geschwindigkeit verschlechtern, mit unabsehbaren Folgen für Natur, Weltwirtschaft und Weltsicherheit.

Zu lange haben wir das Klimaproblem verdrängt. Und selbst jetzt, da das Thema ganz oben auf der weltpolitischen Agenda steht, wächst der Ausstoß von Klimagasen, statt zu sinken. Der Stillstand im Klimaschutz gibt Anlass zur Sorge.

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Als verantwortungsbewusster Forscher empfinde ich es als meine Pflicht, die Öffentlichkeit nicht nur zu informieren, sondern mich auch persönlich für den Klimaschutz zu engagieren. Ich kann nicht tatenlos zusehen, dazu ist das Problem zu wichtig.

Dabei bemühe ich mich, stets auf einem soliden wissenschaftlichen Fundament zu stehen. Ich versuche, die Lage nicht zu dramatisieren, sie aber auch nicht zu verharmlosen. Denn die Tatsachen sprechen für sich.

Um das Klimaproblem zu lösen, bedarf es eines neuen Denkens. Wir müssen beispielsweise die Weltwirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts radikal umbauen, vor allem die Energiesysteme. Es gibt keine Alternative zu den regenerativen Energien, die uns die Natur praktisch unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stellt. Und ich nehme mir das Recht, dies öffentlich auszusprechen.