"Natürlich sind Darmbakterien nicht die einzige Ursache für psychische Probleme", sagt auch Mayer. Und natürlich bekommt niemand nur deswegen Depressionen oder Angststörungen, weil er sich falsch ernährt. Aber: Die Ernährung scheint einer von vielen verschiedenen Umständen zu sein, die darüber entscheiden, ob es jemandem psychisch gut oder schlecht geht. "Wir sollten uns von der Vorstellung verabschieden, dass es nur eine Ursache für psychische Probleme gibt", sagt der Grazer Neurogastroenterologe Peter Holzer. "Es sind ganz sicher immer verschiedene Faktoren beteiligt – Umwelteinflüsse ebenso wie Veranlagungen. Die Frage ist, welche Veränderung man am ehesten korrigieren kann."

Eine gute Ernährung könnte in Zukunft für die Prävention von Depressionen eine wichtigere Rolle spielen, so die Hoffnung. Vielleicht motiviert die Aussicht auf dauerhaft gute Laune ja noch ein bisschen mehr, sich an die üblichen Ernährungsempfehlungen zu halten. Denn was als gesund für den Körper gilt, scheint auch gesund für den Geist zu sein: viel Obst und Gemüse, viele Vollkornprodukte, viel Fisch und pflanzliche Öle – und bloß nicht zu viel essen.

So gesund, dass das Essen nicht mehr schmeckt, sollte es aber nicht sein. Denn der Genusseffekt sei vermutlich das, was am unmittelbarsten auf die Psyche wirke, sagt Mayer: "Wir haben schon am ersten Lebenstag, beim ersten Schluck Milch gelernt, welch unglaublich positive Gefühle gutes Essen auslösen kann."