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In Deutschland gab es noch nie so viele Ärzte wie heute: Allein die Zahl der niedergelassenen Mediziner ist seit Anfang der neunziger Jahre um mehr als 30 Prozent gestiegen – und das bei einer rückgängigen Bevölkerungsentwicklung.

Wir brauchen nicht mehr Ärzte, sie müssen nur besser verteilt werden. Es gibt ländliche Regionen in Deutschland, wo insgesamt rund 800 Ärzte fehlen. Dem stehen jedoch bundesweit 25.000 Ärzte in überversorgten Regionen gegenüber.

Wir brauchen wirksame Instrumente, die den bisherigen Zwang zur Wiederbesetzung von Arztstellen in überversorgten Gebieten unterbinden, sodass sich Ärzte endlich dort ansiedeln, wo sie wirklich gebraucht werden.

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Um hier nachhaltige Veränderungen einzuleiten, müssen stationäre und ambulante Versorgung endlich zusammen gedacht werden. Denn es gibt vor allem ein Überangebot an hoch spezialisierten Fachärzten mit einer eigenen Praxis. Diese Mediziner sehen wir künftig eher an Versorgungszentren oder Krankenhäusern. Und wenn Regionen, in denen Hausärzte fehlen, besser versorgt werden sollen, dann ist dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Es ist beispielsweise nicht einfach, einen jungen Hausarzt mit seiner Familie dazu zu bewegen, sich in einer strukturschwachen Region niederzulassen, wo es etwa an Kindergartenplätzen oder kulturellen Angeboten mangelt.

Von Johann-Magnus von Stackelberg