Wenn der Sommerurlaub naht, stellt sich jedes Jahr die gleiche Frage: Wohin? Preiswert soll das Hotel sein, in Strandnähe, malerisch gelegen und auf keinen Fall überlaufen. Viele Urlauber beginnen zu googeln und fühlen sich von den Zigtausenden Ergebnissen wie erschlagen: Reisebüros, Touristenverbände, und Last-Minute-Portale werben mit großen Versprechungen für ihre Reisen. Doch welche davon wirklich dem eigenen Geschmack entspricht, lässt sich anhand der Google-Treffer kaum beurteilen.

Bis vor einigen Jahren gab es nur einen Ausweg: einen Freund oder Bekannten um Rat fragen, der die eigenen Reisevorlieben gut einschätzen kann. Heute, im Zeitalter der sozialen Netzwerke, gibt es noch eine zweite Alternative: Man bittet einfach seine Freunde auf Facebook oder StudiVZ um eine Empfehlung. Die Chancen, einen besseren Tipp zu bekommen als von der Suchmaschine, sind gut – schließlich zielt diese nur darauf, möglichst viele Treffer in möglichst kurzer Zeit anzuzeigen. »Die klassische Websuche ist tot«, prophezeit denn auch Danny Sullivan, der Gründer des Magazins Search Engine Land .

Lange Zeit war der sogenannte Pagerank-Algorithmus – englisch für Seite und Rang – von Google das Nonplusultra der Websuche. Dessen Prinzip ist es, Dokumente nicht nur nach den Suchbegriffen zu durchforsten, sondern auch die Links zu zählen, die von anderen Webseiten auf ein Dokument zeigen: Je mehr Verweise es hat – erst recht von populären Seiten –, desto höher ist seine Relevanz und damit der Rang in der Trefferliste. Dieser Idee verdankt Google seinen kometenhaften Aufstieg vom Silicon-Valley-Neuling zu einem der mächtigsten Konzerne der Welt.

Soziale Beziehungen bildet Pagerank jedoch nicht ab. Die Zukunft der Suche, davon sind Experten wie Sullivan überzeugt, gehört der sozialen Suche: Suchmaschinen, die berücksichtigen, welche Links Freunde interessant und hilfreich finden. Und stellt sich Google nicht schnell darauf ein, könnte es dasselbe Schicksal erleiden wie einst Altavista, der Suchmaschinen-Star der Neunziger, der von Google verdrängt wurde.