Dass die falsche Partnerwahl ein Start-up in die Krise stürzen kann, zeigt die Beziehung zwischen dem Giganten Facebook und dem Zwerg Zynga, die wohl den Status "Es ist kompliziert" verdient hätte. Zynga gilt als Pionier unter den Entwicklern von Social Games – Onlinespielen, die sich meist viral über soziale Netze verbreiten. Varianten wie Cityville und Farmville werden millionenfach auf Facebook gespielt.

Am Anfang war alles rosig: Zynga profitierte von Facebook, weil es nicht erst ein eigenes Netzwerk aufbauen und Hunderte Millionen Nutzer dafür begeistern musste. Und Facebook profitierte von Zynga, weil die Spieler mehr Zeit in dem Sozialen Netzwerk verbrachten und sich dabei mehr bezahlte Werbung ansahen.

Dann aber verlangte Facebook plötzlich von Zynga, dass die virtuellen Güter wie etwa Boote oder Eisenbahnen, die Spieler für Cityville kaufen können, in der Facebook-eigenen Währung "Facebook Credits" abgerechnet werden. Gleichzeitig sollte Zynga 30 Prozent des Umsatzes an das Soziale Netzwerk abtreten – eine erhebliche Einbuße. Zynga musste einwilligen und schrieb Verluste.

Risiko verteilen

Die Lektion aus all diesen Episoden ist eindeutig: Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Start-up-Gründer sollten sich gründlich überlegen, mit wem sie sich einlassen und welche Teile ihres Geschäfts sie auslagern. Das Gleiche gilt natürlich für die Kunden eines Lean Start-ups – für Privatnutzer, die alle ihre Fotos in der Cloud speichern, ebenso wie für Firmen, die zum Beispiel ihre Kundenverwaltung oder Buchhaltung an Internetdienstleister auslagern. Je verletzlicher der Anbieter, desto verletzlicher werden sie selbst. Zumal das Internet künftig wohl noch anfälliger werden wird.

Kaum eine Firma wird künftig auf Cloud-Dienste verzichten können, wenn die Konkurrenz damit Geld spart und Investoren vor allem schlanke Firmen bevorzugen. Allerdings gibt es auch einen Weg, schlank zu bleiben und auf Nummer sicher zu gehen: das Risiko besser verteilen. Der Branchenriese Amazon unterhält inzwischen Rechenzentren an vielen unterschiedlichen Orten. Kunden können ihre Daten in verschiedenen Rechenzentren lagern – nur machen das bisher viel zu wenige. Noch besser – wenn auch ungleich komplexer – ist es natürlich, sich gleich auf mehrere unabhängige Dienstleister an verschiedenen Orten zu verlassen. Dass der Blitz gleichzeitig im Osten und im Westen der USA einschlägt und alle Notstromaggregate an beiden Orten ausfallen, ist unwahrscheinlich. So kann man sich, stolpert ein Riese, auf die Schultern des nächsten retten.