Yakamoz. Poetischer Begriff aus dem Türkischen für "die Spiegelung des Mondes im Wasser". Wurde 2007 zum schönsten Wort der Welt gewählt; beliebter Name für Imbisse mit Neonbeleuchtung.

Xenon. Über der schwarzen Pyramide des Luxor-Kasinos in Las Vegas erzeugen 39 metergroße Xenonlampen nachts den stärksten Lichtstrahl der Welt – so hell wie 40 Milliarden Kerzen, oder: so hell, dass ihn Piloten sehen können, die auf dem Flughafen von Los Angeles landen. Mit Licht zu protzen ist nicht neu: Der französische König Louis XIV. ließ Versailles im Jahr 1688 mit 24.000 Kerzen illuminieren.

Wachen. Schlafloser, oft quälender Zustand bei Nacht. Menschen kämpfen seit je dagegen an, mit Melisse, Baldrian und Hopfenzapfen sowie Opium und Alkohol. Der hilft zwar beim Einschlafen, stört aber in der zweiten Nachthälfte den Schlaf und unterdrückt die REM-Phasen. 24 Stunden ohne Schlaf verlangsamen die Reaktionszeit eines Menschen ebenso sehr wie ein Promille Alkohol in seinem Blut. Akuter Schlafmangel kann redselig machen und manchmal regelrecht euphorisch: Für Depressive kann das Wachbleiben daher ein Segen sein. Schlafentzug wird bei ihnen mitunter als begleitende Therapie eingesetzt, da er schon kurzfristig die Stimmung aufhellt und schneller wirkt als Antidepressiva.

Vollmond. Wer den Mond bewohnt, ist strittig: Ein Mann, werden die meisten hierzulande sagen, sein Gesicht ist in Vollmondnächten ja gut zu sehen – ein Phänomen, das als Pareidolie bezeichnet wird. Japaner und Chinesen sehen einen Mondhasen, Westafrikaner wiederum haben dort oben ein Krokodil ausgemacht, und von Südafrika aus betrachtet, scheint eine Frau Brennholz umherzuschleppen. Überall, heißt es, mache der Mond die Menschen verrückt und auch die Tiere, die in Vollmondnächten angeblich häufiger beißen. Auch sollen bei Vollmond mehr Kinder zur Welt kommen, zugleich gingen Operationen häufiger schief. Klingt unheimlich, ist aber nicht wahr. Zumindest haben Wissenschaftler keine eindeutigen Belege für solche Effekte gefunden. Auch dass der Vollmond den Schlaf stört, galt lange als Mythos. Als der Schweizer Chronobiologe Christian Cajochen allerdings kürzlich Daten aus seinem Schlaflabor analysierte und mit dem Mondkalender abglich, stieß er auf einen Zusammenhang: In Vollmondnächten hatten die Probanden tatsächlich schlechter geschlafen – und das, obwohl es keine Fenster gab, durch die sie den Mond hätten sehen können. Der Einfluss ist jedoch allenfalls gering, die Studie umstritten.

Ulenflucht. Bezeichnung für eine Luke im Dach, durch die Eulen fliegen können; poetischer Begriff für "Dämmerung", ähnlich Schlummerstunde, Abendgrauen. Noch im 17. Jahrhundert senkten sich laut Volksglauben bei Einbruch der Nacht giftige Dämpfe vom Himmel herab. Heute werden drei Dämmerungsphasen unterschieden: die "zivile" beziehungsweise "bürgerliche" (Autos fahren mit Licht), die "nautische" (Navigieren mit Sternen möglich) und die "astronomische" (schwächere Sterne erkennbar). Meteorologischer Name der mit 1.670 Stundenkilometern über die Erde rasenden Tag-Nacht-Grenze: Terminator.

Tapetum lucium (lat., "leuchtender Teppich"). Schicht in den Augen nachtaktiver Tiere wie Katzen, die einfallendes Licht so reflektiert, dass es zwei Mal auf die Netzhaut trifft. 30 Prozent der Wirbeltiere und 60 Prozent der Wirbellosen sind Nachttiere. Auch manche Pflanzen machen die Nacht zum Tag: Die Bulbophyllum nocturnum ist die Einzige von 25.000 Orchideenarten, die nur nachts blüht. Sie wurde erst 2011 entdeckt.

Schlafgänger. Nachtarbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die sich tagsüber für wenig Geld ein Bett mieteten, in dem nachts ein anderer schlief; eine gängige Praxis in Arbeiterquartieren. Mit der Industrialisierung verdichteten sich die Schlafenszeiten: War es jahrhundertelang normal, zu Beginn der Dunkelheit ins Bett zu gehen und in Abschnitten zu schlafen, schlief man nun später und am Stück.

REM-Schlaf.  Phase intensiven Träumens, die sich mehrfach in der Nacht wiederholt und sich mit Tiefschlafphasen abwechselt. Typisches Anzeichen ist die schnelle Bewegung der geschlossenen Augen (REM steht für Rapid Eye Movement). Während dieser Phase sind Regionen des Gehirns aktiviert, die starke Gefühle vermitteln. Die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin werden vermindert ausgeschüttet, sodass logisches Denken schwerfällt und Gefühle wie Angst oder Wut die Überhand gewinnen. Die Muskeln sind gelähmt, sodass sich die Schlafenden trotz der aufwühlenden Träume nicht bewegen. Zu Beginn der Nacht dauern die REM-Phasen nur 20 bis 25 Minuten, mit fortschreitender Nacht halten sie immer länger an – das ist der Grund dafür, dass Menschen besonders in den Morgenstunden intensiv träumen. Forscher können die REM-Phase bei Hirnstrommessungen anhand plötzlicher Ausschläge der Wellen erkennen.

Quelle der Jugend. Schlafen ist ein sehr wirksames Verjüngungsmittel. Organe und Muskeln sowie die Haut, das Blut- und Immunsystem bilden im Schlaf neue Zellen. Zugleich sortiert der Körper alte Zellen aus. Bei Menschen mit Schlafmangel fanden Forscher dagegen Stoffe im Blut, die auf ein Absterben von Nervenzellen hindeuten. Wer zu wenig schläft, altert schneller und senkt seine Lebenserwartung.

Pavor nocturnus. Jedes fünfte Kind hat ihn schon erlebt: den "Nachtschreck", der Betroffene meist im ersten Drittel der Nacht aus dem Tiefschlaf reißt. Sie schrecken schreiend oder wimmernd hoch, die Augen weit geöffnet. Danach sind sie oft desorientiert. In den meisten Fällen besteht kein Grund zur Beunruhigung, die Anfälle nehmen mit der Zeit ab.