Am Anfang drei Fragen:

1. Verlieren wir durch Navis unseren Orientierungssinn?

Der Bildungsypsychologe Stefan Münzer weist in seinem Beitrag Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zu räumlichen Strategien auf die Bedeutung von Selbstauskünften für die räumliche Orientierung eines Menschen hin.

Im Fachartikel Räumliches Lernen mit Navigationssystemen zeigt Stefan Münzer, wie Navigationssysteme Wissenserwerb über die Umgebung ermöglichen können.

In seinem Buch Raumorientierung und kognitive Karten erklärt der Neuropsycholge Hanspeter A. Mallot, auf welchen Mechanismen und Gedächtnisleistungen Navigation und Räumliche Orientierung beruhen.

Eine neuropsychologische Studie aus London von Hugo J. Spiers et al. beschreibt die Auswirkungen räumlichen Lernens bei Bus- und Taxifahrern auf den Hirnbereich Hippocampus.

Die drei Neurowissenschaftler John O’Keefe, May-Britt Moser und Edvard Moser haben für ihre Entdeckungen der Gitter- und Ortszellen 2014 den Medizin-Nobelpreis erhalten.

2. Warum haben wir kaum Wörter, um Geruch und Geschmack zu beschreiben?

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt "Sensory Language and the Semantics of Taste" an Schweizer Hochschulen untersucht das Geschmacksvokabular und die vielfältigen Umschreibungsstrategien im Deutschen.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen erforschen das präzise Geruchsvokabular einiger austroasiatischer Sprachen und beschreiben mögliche Folgen von westlichen Einflüssen auf das Geruchs- und Farbvokabular einer Gesellschaft.

Eine internationale Forschergruppe vergleicht die Geruchsschwellen von Deutschen und Bewohnern des Bolivianischen Regenwaldes.

Schwedische und amerikanische Hirnforscher beschreiben, wie sich die Probleme beim Benennen von Gerüchen in unserer Gehirnstruktur widerspiegeln.

Einen Überblick über frühe Studien und Erklärungsansätze gibt der amerikanische Psychologe Tyler S. Lorig.

Physiologische Grundlagen der Geschmacks- und Geruchswahrnehmung erklärt das Springer-Lehrbuch "Biologische Psychologie".

3. Verdirbt Siegen den Charakter?

Wie Macht unseren Umgang mit Mitmenschen beeinflusst, untersuchte der Verhaltensforscher Adam Galinsky in mehreren Experimenten. Seine Ergebnisse präsentierte er im Magazin "Social Psychological and Personality".

Der Sozialpsychologe Paul Piff fand in einer Untersuchung heraus, wie sich Macht und soziale Überlegenheit auf unser Verhalten auswirken.


Die Cogs kommen

"The smart machine era will be the most disruptive in the history of IT", schreibt das Marktforschungsunternehmen Gartner hier.

Informationen über Watson als Debattierer liefert Kurzweilai.net in dieser Meldung.

Auf BBC warnt Stephen Hawking vor den Risiken einer künstlichen Superintelligenz.

Wie Watson für die Krebsmedizin trainiert wird, schildert Mark Kris vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in dieser Pressemitteilung. Etwas weniger euphorisch äußern sich die Forscher in diesem Konferenzbericht. Eine klinische Studie mit Watson gibt es noch nicht.

Wie Watson Umgangssprache lernte und dabei auch mal "Bullshit" sagte, verrät das Magazin Fortune.

Die Asphalt-Perspektive

Details zum Chaparral 2J gibt es in einem Aufsatz des Columbia Laboratory for Architectural Broadcasting.

Der Aerodynamik-Experte Professor Jochen Wiedemann beschreibt gemeinsam mit zwei Kollegen neue aerodynamische Erkenntnisse in einem Aufsatz im "Mobility 2.0 Kompendium".

In dem von Thomas Schütz herausgegebenen Band "Hucho – Aerodynamik des Automobils" gibt es unter anderem ein Kapitel über Windkanäle und Messtechnik, der hier auszugsweise zu lesen ist:

Mit dem Thema induktives Laden beschäftigt sich eine Forschungsgruppe der Universität Stuttgart unter der Leitung von Professorin Nejila Parspour. Dieses Video stellt die Technik vor.


Leni, 570 Gramm

Der Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V. bietet auf seiner Website zahlreiche Publikationen, die sich an Eltern oder an Fachleute wenden, zum kostenlosen Downlod an.

Die Broschüre Entwicklungsprognose frühgeborener Kinder gibt es auf der Website der Universität Essen.

Auf der Website Frühgeborene und Bildung sind Studien aus verschiedenen Ländern zur Langzeit-Entwicklung ehemaliger Frühchen verlinkt.

Speziell mit den Langzeit-Effekten von Nidcap befasst sich die amerikanische Studie Effect of the Newborn Individualized Develepmental Care and Assessment Program (NIDCAP) at Age 8 Years.

In ihrem Buch "Frühgeborene – zu klein zum Leben?" (Kösel, 254 S., 16,95 Euro) beschreibt die Wiener Kinderärztin Marina Marcovich, wie sie sich gegen massive Widerstände für einen sanfteren Umgang mit Frühchen einsetzte und dabei die "Methode Marcovich" entwickelte. Ko-Autorin Theresia Maria de Jong steuert Hintergrundwissen zu Frühgeborenen bei.


Spanisch macht extrovertiert

Die US-Linguistin Aneta Pavlenko beschreibt in ihrem Buch "The Bilingual Mind" ausführlich die verschiedenen Welten, in denen mehrsprachige Menschen leben und belegt diese Effekte mit zahlreichen Studien.

Der britische Linguist Jean-Marc Dewaele ergründet in der Studie "Multilingual’s perceptions of feeling different when switiching languages", warum so viele Mehrsprachige sich anders fühlen, wenn sie in eine fremde Sprache wechseln.  

Eine weitere Untersuchung zur selben Fragestellung hat Rosemary Wilson unter dem Titel "Another language is another soul" verfasst.

Der spanische Psychologe Albert Costa hat mit seinen Kollegen in einem Experiment demonstriert, wie sich moralische Entscheidungen ändern können, wenn Menschen in einer Fremdsprache befragt werden.

Der US-Psychologe Boaz Keysar fand in seiner Studie "The foreign language effect" Hinweise darauf, dass Menschen in einer Fremdsprache seltener emotionalen Verzerrungen unterliegen und dadurch – etwa in finanziellen Dingen – rationaler entscheiden.

Psychologen und Neurowissenschaftler aus dem Exzellenzcluster Languages of Emotion der FU Berlin haben in einer Studie zeigen können, dass Menschen in einem Big-5-Persönlichkeitstest unterschiedlich abschneiden, je nachdem, in welcher Sprache sie ihn absolvieren.


Dossier: Das Alphabet der Nacht

Hannah Ahlheim präsentiert in dem Buch "Kontrollgewinn / Kontrollverlust. Die Geschichte des Schlafs in der Moderne" eine Geschichte des Schlafs, die die Perspektiven von Historikern, Literaturwissenschaftlern, Anthropologen und Medizinern zusammenführt.

Paul Bogard begibt sich in "Die Nacht" – vom hellsten bis zum dunkelsten Punkt der Erde – auf die Suche nach natürlicher Dunkelheit in einer Welt, die durch zunehmende Elektrifizierung immer heller wird.

Elisabeth Bronfen beleuchtet in "Tiefer als der Tag gedacht" die Kulturgeschichte der Nacht.

A. Roger Ekirch erzählt "In der Stunde der Nacht" die Geschichte der Dunkelheit (Lübbe, 2005).

Der Band "Die Nacht im Zwielicht" widmet sich der Nach in der Kunst von der Romantik bis heute.

Thomas Posch, Anja Freyhoff und Thomas Uhlmann widmen sich in "Das Ende der Nacht" der globalen Lichtverschmutzung und ihrer Folgen (Wiley-VCH, 2010).

Der Chronobiologe Till Roenneberg erklärt in seinem Buch "Wie wir ticken" die Bedeutung der inneren Uhr und erläutert Ursachen sowie Folgen des sozialen Jetlags.

Peter Spork beschreibt in seinem Buch "Wake up!", wie Schlafmangel und ein Leben gegen die innere Uhr den Menschen schaden, und entwirft einen 8-Punkte-Plan für eine ausgeschlafene Gesellschaft.

Stefan Klein erkundet in seinem Buch "Träume" die unterschiedlichen Schlafphasen und Hirnvorgänge während der Nacht – und die wundersame Welt, in die wir beim Träumen eintauchen.

Die Geschichte und die soziale Bedeutung der künstlichen Beleuchtung im 19. Jahrhundert beschreibt der Historiker Wolfgang Schivelbusch in seinem Buch "Lichtblicke".

Der Zoologe Desmond Morris erkundet in seinem Buch "Eulen" das Wesen der nachtaktiven Raubvögel und die Mythen, die sich seit Menschengedenken um sie ranken.

Welch sonderbare Ereignisse sich in der Geschichte der Menschheit in Betten ereignet haben, hat Erhard Tewes in seinem Buch "Das Bett. Eine frivole Kulturgeschichte" (Goldmann) beschrieben.

Über verschiedene Schlafstörungen wie etwa den Pavor nocturnus informieren Mediziner und Psychologen im "Handbuch Kinderschlaf" von Alfred Wiater und Gerd Lehmkuhl.

Warum Menschen schnarchen und was dagegen hilft, erklärt Peter Spork in seinem E-Book "Schnarchen – Der Akuthelfer".

Was nachts im menschlichen Körper geschieht und wie sich die Nachtzeiten individuell unterscheiden können, erläutert der Schweizer Chronobiologe Christian Cajochen in seinem Aufsatz "Wann ist Nacht?"

Hinweise darauf, dass der Vollmond den Schlaf beeinträchtigt, fand Christian Cajochen in einer Auswertung von Daten aus seinem Schlaflabor, die er in der Studie "Evidence that the lunar cycle influences human sleep" veröffentlicht hat.

Wie sich das Verhalten und die kreative Leistungsfähigkeit bei Dunkelheit oder schlechter Beleuchtung verändern, hat die Psychologin Anna Steidle in verschiedenen Experimenten untersucht, unter anderem in der Studie "Freedom from constraints: Darkness and dim illumination promote creativity".


Rot: wie eine Farbe unser Leben beeinflusst

Der Psychologe Andrew Elliot von der University of Rochester und seine Mitarbeiter haben getestet, wie rot gekleidete Frauen von Männern und von anderen Frauen wahrgenommen werden.

Eine Studie des Sozialpsychologen Oliver Genschow zeigt, dass die Farbe des Geschirrs beeinflusst, wie viel wir essen. Rote Teller wirken offenbar appetitzügelnd.

Ein Forscherteam um Jill Mikucki berichtete 2009 im Fachblatt Science, dass der Wasserstrom auf dem Taylor Gletscher womöglich aus einem eisenhaltigen Wasserdepot stammt, dass vor beinahe zwei Millionen Jahren unter dem Eis begraben wurde.

In der anorganischen Chemie ist die Flammprobe eine Methode zur Analyse von chemischen Elementen: Die Farbe der Flamme gibt Hinweise auf den verbrennenden Stoff. Welches Element welche Flammenfärbung bewirkt, haben die Chemiker Erwin Riedel und Christoph Janiak im Lehrbuch "Anorganische Chemie" beschrieben. (de Gruyter Studium, 2011)