Kaum jemand dreht sich heute nach einem Elektroauto um. Zwar fahren hierzulande viel weniger Elektroautos als von der Bundesregierung geplant, doch die Stromer haben sich in den Alltag geschlichen. Mehr als zwei Dutzend verschiedene Modelle sind auf deutschen Straßen unterwegs, von außen nicht mehr von Benzinern zu unterscheiden. Studien zeigen inzwischen auch, wer sie fährt: Der typische Käufer ist 51 Jahre alt, männlich, gebildet und wohnt auf dem Land. Sein Elektroauto steht als Zweitwagen im Carport, für Ausflüge und Urlaubsfahrten nutzt er den Erstwagen mit Verbrennungsmotor.

Rund 17 Milliarden Euro hat die deutsche Autoindustrie in Forschung und Entwicklung investiert, plus 1,5 Milliarden an öffentlichen Fördergeldern. Umgerechnet sind das 750.000 Euro für jedes Elektroauto, in Deutschland. Das ist eine kostspielige Wette auf die Zukunft.

Hierzulande sind viel weniger Elektroautos unterwegs als von der Regierung geplant

Ob diese Wette aufgehen wird, entscheidet sich an ganz praktischen Fragen: Werden die Fortschritte der Batterie- und Ladetechnik Elektroautos auch für längere Fahrten alltagstauglich machen? Lassen sie sich sinnvoll in ein vor allem mit erneuerbarer Energie gespeistes Stromnetz integrieren? Wird der Preis für Akkus so weit sinken, dass ein elektrisch gefahrener Kilometer ähnlich viel oder sogar weniger kostet als ein fossil zurückgelegter?

Der Aufbruch in die Elektromobilität ist ein großes Abenteuer. Manche Wege führen in die Irre, andere versprechen neue Kontinente, es gibt Sieger und Verlierer. Zeit für einen Zwischenstopp.