Am Anfang drei Fragen

1. Warum fangen Männer auf Partys später als Frauen an zu tanzen?

Der Kunsthistoriker Ramsay Burt untersuchte 2007 in seinem Buch "The male dancer" die Rolle des Mannes im Tanz und deren Veränderungen im Laufe der Zeit.

Der Psychologe Peter Lovatt von der University of Hertfordshire ist einer der führenden "Tanzpsychologen" der Gegenwart. Er leitet dort das Dance Psychology Lab.

Die Psychologin Chiara Bassetti von der Universität Trento widmet sich in "Male Dancing Body, Stigma and Normalising Processes. Playing with (Bodily) Signifieds/ers of Masculinity" den Normen, die sich für den männlichen Körper entwickelt haben.

2. Warum können Mädchen nicht werfen?

Der US-Sportwissenschaftler Jerry Thomas hat mehrere Untersuchungen zu den Geschlechtsunterschieden im Wurfverhalten durchgeführt und zusammengetragen, darunter auch zu den Besonderheiten bei Aborigine-Kindern.

Dass Mädchen auch durch gezieltes Training den Leistungsunterschied zu den Jungs nicht verringern können, zeigt die Metastudie von Richard W. Young.

Der Essay, in dem die Philosophin und Politikwissenschaftlerin Iris Marion Young die Wurftechnik von Mädchen auf gesellschaftliche Unterdrückung zurückführt, wurde erstmals 1980 veröffentlicht. In einer Sammlung von Texten, in denen Young die weibliche Körpererfahrung thematisiert, erschien er 2005 erneut.

Der Elfmeter

Die Ruhr-Universität in Bochum hat "Das Hirn des Torwarts beim Elfmeter" wissenschaftlich durchleuchtet.

Erfolg und Misserfolg beim Elfmeterschießen - die Sporthochschule Köln hat dazu "eine empiriegeleitete retrospektive Analyse der Europa- und Weltmeisterschaften von 1982 bis 2012" verfasst.

"Asymmetric Predictability and Cognitive Competition in Football Penalty Shootouts" heißt eine Studie, die untersucht hat, warum sich Torwarte beim Elfmeter in welche Richtung werfen (und eine Untersuchung, ob kein Torwart nicht genauso gut halten würde).

"Choking under Pressure": Warum selbst Profis unter dem Druck zusammenbrechen.

The British Association of Sport and Exercise Sciences über die psychologischen Vorbereitungen eines Elfmeterschusses.

Fuß trifft auf Ball... Tor! Eine interessante Abhandlung über die Biomechanik beim Elfmeterschuss.

Über die Physik von Fußball im Allgemeinen und des (Elfmeter-)Schießens im Besonderen gibt es eine Reihe von Fachveröffentlichungen:

Was essen Sie am allerliebsten?

Soll man Kindern eintrichtern, dass Obst und Gemüse gesund sind? Amanda Bruce und Kollegen berichten in einer neuen Studie über Verhaltensexperimente mit älteren Kindern. Außerdem sollten die Kinder Essensentscheidungen treffen, während sie im Hirnscanner lagen. Konsumforscher haben beobachtet, dass Kindern zwischen 3 und 5 das Essen nicht so gut schmeckt, wenn man betont, dass es gesund ist.

In seinem Buch What the Nose knows schreibt Avery Gilbert unterhaltsam und faktenreich über die Evolution des Geschmacksinns.

Nicola Pirastu beschreibt die ersten Forschungsergebnisse über Genetik und Lebensmittelvorlieben entlang der Seidenstraße in diesem Fachartikel.

Das Geheimnis der Resonanz

In einem ZEIT-Interview erläutert Hartmut Rosa die Idee der Resonanz. Sein Buch "Resonanz" ist bei Suhrkamp erschienen

Der Psychiater und Kreativitätsforscher Rainer Holm-Hadulla hat Literatur und Aufsätze zum Thema Kreativität auf seiner Webseite aufgelistet.

Der Holzschnitzer Simon Stiegeler zeigt seine Arbeiten auf dieser Webseite.

Matthew Crawfords Buch "Die Wiedergewinnung des Wirklichen" ist bei Ullstein erschienen.

Buchtipp für fortgeschrittene Leser: "Die Erfindung der Kreativität" von Andreas Reckwitz. Viel Theorie und Soziologenjargon.

Der amerikanische Ökonom Richard Florida erfand in den Nullerjahren den Begriff der "kreativen Klasse".

Die Entwicklung des kreativen Denkens in den USA hat diese Langzeitstudie untersucht.

QWERTZ

Der Qwerty-Effekt besagt, dass Wörter, in denen Buchstaben von der rechten Tastaturhälfte dominieren, positivere Konnotationen auslösen als linkslastige Wörter.

Entdeckt und erstmals benannt wurde der Effekt 2012 in einer Studie von Daniel Casasanto und Kyle Jasmin.

Zwei Jahre später und in einem größeren Team wiesen ihn die Forscher für weitere Sprachen nach, unter anderem für Deutsch.

Ob auch im Web bestimmte Muster in der Verwendung von "rechten" und "linken" Buchstaben existieren, wollten David Garcia und Markus Strohmaier herausfinden. Tatsächlich zeigte der Effekt sich auf neun von elf untersuchten Online-Plattformen wie Amazon und Youtube.

Die Zumutung: Geld ist kein Tauschmittel

Die Bremer Wissenschaftler Gunnar Heinsohn und Otto Steiger († 2008) haben 1996 in "Eigentum, Zins und Geld" eine Eigentumstheorie des Geldes vorgestellt, die auf seinem Ursprung im Kredit aufbaut. Das Buch ist etwas akademisch gehalten, aber lesenswert.

Die an der Humboldt-Universität in Berlin lehrende Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun trägt in "Der Preis des Geldes" (2012) viele überraschende Befunde aus der Geschichte des Geldes zusammen, unter anderem seinen Ursprung aus dem Opfer.

Der US-Anthropologe David Graeber beschreibt in "Schulden. Die ersten 5000 Jahre" (2012), wie Schuld und Schulden die Geschichte seit den ersten Hochkulturen in Mesopotamien durchziehen und immer auch mit Gewalt und Sklaverei verbunden sind. Das Buch wartet mit vielen empirischen Befunden auf, allerdings mangelt es Graeber etwas an Stringenz.

Der Schweizer Ökonom Hans Christoph Binswanger kritisiert in "Die Wachstumsspirale" (2006) die Naturvergessenheit und das Tauschparadigma von Klassik und Neoklassik scharf. Wem seine Argumentation anhand von Formeln zu mühsam ist, sollte stattdessen sein später erschienenes kürzeres Buch "Vorwärts zur Mäßigung" (2009) lesen.

Der Marxist Robert Kurz († 2012) hat in seinem letzten, posthum erschienenen Buch "Geld ohne Wert" (2012) herausgearbeitet, dass auch der Marxismus das Problem des Geldes noch nicht vollständig begriffen hat. Auch er verwirft die Tauschmittel-Theorie.

Fetisch Effizienz

Mit dem Effizienzbegriff hat sich unser Autor vor allem in seinem Buch "Ausgepowert. Das Ende des Ölzeitalters als Chance" (Zürich 2011) befasst; mit dem konkreten Beispiel der Dampfmaschine in "Fortschrittsgeschichten. Für einen guten Umgang mit Technik" (Frankfurt/Main 2015), Kapitel "Dampf".

Eine akribische, wenn auch schon ältere Studie zur Dampfmaschine ist G. N. von Tunzelmann: "Steam power and British industrialization to 1860", Oxford 1978.

Einen systematischen Gang durch die Weltgeschichte der Energienutzung, reich an Zahlen, bietet Vaclav Smils "Energy in World History".

Über den Reboundeffekt gibt es mittlerweile eine umfangreiche wissenschaftliche Literatur. Besonders umfassend sind die Studien des UK Energy Research Center.

Mit dem EROEI hat sich Richard Heinberg intensiv auseinandergesetzt; seine Studie "Searching for a Miracle" kann gratis heruntergeladen werden.

Gebrauchsanweisung für ein Gefühl: Eifersucht

Der Berliner Psychotherapeut und Autor Dr. Wolfgang Krüger stellt in seinem Buch mit dem versöhnlichen Titel "Aus Eifersucht kann Liebe werden" die Funktion des ungeliebten Gefühls heraus.

Christine R. Harri und Caroline Prouvost haben die Eifersucht in Hunden geweckt. Die Studie mit ihren Ergebnissen gibt es hier zum Nachlesen.

Das schon Kleinkinder Eifersucht empfinden können, belegt diese Studie – nur eine von zahlreichen Untersuchungen, die sich mit diesem Thema beschäftigen.