Am Anfang drei Fragen

1. Woran merkt man, dass man in die falsche Richtung geht?

Darüber, wie Orientierung im Gehirn funktioniert, hat uns Debora Ledergerber von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik (NTNU) informiert.

Über das Orientierungsvermögen von Taxi- und Busfahrern in London forscht Eleanor Maguire. Eine gute Zusammenfassung gibt Scientific American in diesem Artikel. Wie sich das Gehirn der Taxifahrer während der Ausbildung verändert, beschreibt Maguire hier.

2. Wie weit bringt uns Disziplin?

In dieser Studie haben Peter Gollwitzer und Gabriele Oettingen die Wirkung der wish-outcome-obstacle-plan-Methode getestet. Auch in diesem Aufsatz geht es um die "Woop"-Methode.

Ein Leben in Frieden

Eine äußerst anregendes und durchaus provozierendes Buch ist Steven Pinkers fulminantes Werk "Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit". Auf 1000 Seiten zeichnet der Harvard-Forscher die Entwicklung von Krieg, Gewalt und friedensstiftenden Errungenschaften seit der Antike nach.

Brillant, zuweilen bewegend ist "The Fog of Peace" von Gabrielle Rifkind und Giandomenico Picco, dessen dritte Auflage gerade erschienen ist. Rifkind und Picco geben unmittelbare Einblicke in Friedensverhandlungen und die Vermittlung zwischen Kriegsparteien und analysieren die Chancen, Frieden zu stiften, aus psychologischer und psychotherapeutischer Sicht.

Schon älteren Datums, aber immer noch lesenswert und zugleich eine gute Einführung in die Friedensforschung ist Ernst Otto Czempiels "Friedensstrategien" von 1986. Czempiel lässt die die wichtigsten Gedanken früher Theoretiker wie Macchiavelli oder Kant Revue passieren und untersucht die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, ohne die Frieden nicht gelingen kann.

Ein wichtiger Klassiker, den man im Original nicht nur lesen kann, sondern lesen sollte, ist Immanuel Kants berühmte Schrift "Zum ewigen Frieden" von 1795. Ein intellektueller Meilenstein in der theoretischen Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden.

Zwei Paper aus der vielfältigen, multidisziplinären Friedensforschung seien hier empfohlen, weil sie Einblicke in wichtige Fragen der Friedensforschung geben: eine rückblickende politische Analyse der Appeasement-Politik des britischen Premiers Neville Chamberlain von Peter Trubowitz und Peter Harris von der London School of Economics, "When States appease: British appeasement in the 1930s" (2015); und eine spieltheoretische Analyse der Bedingungen, unter den Bürgerkriege beendet werden können, von Elisabeth Jean Wood, "Modelling Robutst Settlements to Civil War: Indivisible Stakes and Distributional Compromises" (2003).

Zur aktuellen weltpolitischen Lage veröffentlichen die führenden deutschen Institute das jährliche Friedensgutachten; auch das renommierte Stockholm International Peace Research Institute gibt einen Jahresbericht heraus. Das Institute for Economics and Peace berechnet seit zehn Jahren einen jährlichen "Peace Index", um den Zustand der Welt quantitativ zu erfassen.

Schlaf schön, gute Nacht

Wie Schlaf funktioniert beschreibt der Schlafforscher Ingo Fietze in seinem Buch "Über guten und schlechten Schlaf". Was man tun kann, um den verloren gegangenen Schlaf wiederzufinden erklären Jürgen Zulley und Barbara Knab in dem Buch "Die kleine Schlafschule", erschienen im Mabuse Verlag.

Die Zumutung: Die nächste Erde ist in Sichtweite

Einen Überblick über die Methoden zur Entdeckung von Leben auf Exoplaneten gibt dieser Artikel von Sara Seager in PNAS (Sept. 2014).

Homepage von Sara Seager mit vielen Links zur Exoplaneten-Forschung.

Einer von vielen Presseartikeln über den kürzlich entdeckten Exoplaneten Proxima B: Wired ordnet die Entdeckung sehr nüchtern ein.

Eine Nasa-Meldung über das Starshade-Programm zur direkten Beobachtung von Exoplaneten.

Die ZEIT brachte 2013 eine große Infografik über Exoplaneten.

Wikipedia hat sehr gute Informationen zu Exoplaneten, der Sonde Kepler und den verschiedenen Entdeckungsmethoden.

Gebrauchsanleitung für ein Gefühl: Scham

Mit den gesellschaftlichen Aspekten der Scham und ihrem politischen Potenzial beschäftigt sich dieses Buch der New Yorker Professorin Jennifer Jacquet, das 2015 auf Deutsch erschienen ist.

Brené Brown von der University of Houston schilderte ihre Erkenntnisse zu den geschlechtsspezifischen Anlässen der Scham 2012 in einem sehr persönlichen 20-minütigen TED Talk, von dem es auf der Website auch eine deutsche Übersetzung gibt.

Daniel M.T. Fesslers Veröffentlichung zu den evolutionären und kulturellen Aspekten der Scham hat die University of California als 36-seitiges PDF ins Netz gestellt.

Das Abc des Lesens

Über Blickbewegungen beim Lesen und das Schnelllesen informierten Prof. Ralf Radach, Psychologe an der Universität Wuppertal sowie Peter Rösler, Schnelllesetrainer. Herzlichen Dank dafür.

Die Erkenntnisse über Schriftarten stammen aus diesem und aus diesem Artikel von M. Bernard et al.

Mehr über Moses-Illusionen erfährt man zum Beispiel in diesem Artikel von T. D. Erickson und M. E. Mattson.

Wie Lesen unser Denken beeinflussen kann, zeigt dieser Artikel von D. Casasanto.

Die Unterschiede zwischen dem Lesen von Fiktion versus Fakten haben R. Zwaan sowie D. J. O. Henderson und H. Clark erforscht.

Welche Unterschiede sich beim Lesen am Computer/Tablet ergeben, zeigt A. Mangen, z.B. in diesem Artikel.

Zahlen und Fakten über Lesen, Lesegewohnheiten und den Buchmarkt findet man u.a. hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Kampf ums Korn

Einen guten Überblick über die Geschichte des Saatguts vom Allgemeingut zur umkämpften Handelsware gibt Anja Banzhaf in ihrem jüngst erschienenen Buch "Saatgut. Wer die Saat hat, hat das Sagen" (Oekom 2016).

Die Grünen-Fraktion des EU-Parlaments veröffentlichte im Januar 2014 die Studie "Concentration of Market Power in the EU Seed Market", die viele Details zur Entwicklung des Saatgut-Markts in den vergangenen 30 Jahren enthält.

Wie Züchtung zu wachsenden Weizenerträgen geführt hat und warum diese Zuwächse nun gefährdet sind, beschreibt ein Beitrag auf Pflanzenforschung.de, einer Informationsplattform des Bundesforschungsministeriums.