Fünfte Etage eines Pariser Stadthauses der Belle Époque. Madame empfängt an der Tür: weiße, schulterlange Haare, leuchtend blaue Augen, ungeschminkt, in einem dunkelblauen Polokleid. "Ausgerechnet den heißesten Tag haben Sie sich ausgesucht, um mich zu besuchen. Aber wir werden ein kühles Plätzchen finden", sagt sie. Élisabeth Badinter gehört zu den reichsten Frauen Frankreichs, ist Bestsellerautorin und eine der wichtigsten Feministinnen des Landes. Das kühle Plätzchen wird das Büro ihres Mannes sein: 50 Quadratmeter groß, grüner Teppichboden, bis an die Decke reichende Bücherregale aus dunklem Holz, ein Marmortisch und bodentiefe Fenster, mit Blick auf die Baumwipfel eines Parks.