Als der Schutz vor dem Winter noch jedes Jahr neu erkämpft werden musste, wurde das Wissen darüber von Generation zu Generation weitergegeben. Über Jahrtausende war das Bedürfnis nach Wärme stärker als alles andere. Die Kälte der Nacht und die eisige Umklammerung langer Frostperioden stellten für unzählige Generationen von Menschen eine enorme Herausforderung dar. Die Entwicklung diverser Techniken, die darauf reagieren, war eine enorme Leistung.

Der Spätherbst war bis dahin der letzte Zeitpunkt, um noch für Nachschub an Brennholz zu sorgen. Tiere wurden geschlachtet, ihr Fleisch mit Salz oder im Rauch haltbar gemacht. Schweine wurden oft erst während des Winters geschlachtet, weil sich dann die Fliegen nicht sofort sammelten und das Fleisch nicht so schnell verdarb. Nachdem die Winteräpfel in Weidenkörben eingeholt worden waren, sortierte man die beschädigten Äpfel aus, bevor die guten im Keller auf einer dünnen Schicht aus getrocknetem Moos eingelagert wurden.

Der Winter verlangsamt die Zeit. Er war die Zeit des Rückzugs, aber nicht des Rückzugs von allen Aktivitäten. Kinder konnten nun ungestörter lernen, im Sommer war wegen der Feldarbeiten keine Zeit dafür geblieben. Die Bauern, die das Vieh nicht mehr auf die Weiden treiben konnten, hatten jetzt andere Aufgaben. Nun galt es, die Obstbäume zu mustern. In der Nähe des Hauses stehende Bäume wurden gefährlicher Äste entledigt, alte und tote Bäume gefällt. Der Dung wurde aus den Ställen entfernt und die Felder gedüngt, Gerätschaften für das kommende Jahr überholt. In den Wäldern waren die Arbeiter hier und da mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt. Die Jagd auf Tiere während des Winters war besonders wegen deren dichteren Pelzes interessant.

Es gab alles Mögliche zu erledigen, was den Gang in die Kälte notwendig machte: der Weg zur Schule, der Besuch der Messe, die anschließende Einkehr in ein Lokal, Bestattungen, Aufstockung von Vorräten, die Unterstützung von Nachbarn und Verwandten. Immer wieder galt es, Helfer zu organisieren, die mit vereinten Kräften Schneeverwehungen beseitigten und Wege freischaufelten. Bewegte man sich über die schneebedeckte Landschaft, schlug man stets die direkteste Richtung ein – die gewohnten Wege waren meist gar nicht auszumachen. Damit gab es typische Sommer- und Winterwege. Wann immer es ging, wurden Pferde- oder Ochsenschlitten eingesetzt. Das Leben war während des Winters zwar mit Strapazen verbunden, die jedoch festigten den Zusammenhalt. So sehr das Leben vom Wetter diktiert wurde und so sehr man unter der Last des Winters litt, war man doch froh, dass man sich gegenseitig helfen konnte. Man arbeitete an etwas, das man schließlich doch gemeinsam bewältigte, und davon konnte man sich dann noch lange erzählen. Der Winter war schön, obwohl und vielleicht sogar weil er hart war.

Den oft als brennend empfundenen Schmerz an Ohren und Händen konnte man vermindern, indem man, wenn man von draußen kam, nicht direkt in die warme Stube ging, sondern sich einen Moment in einem weniger stark geheizten Raum aufhielt. Als altes Hausmittel gegen unterkühlte Gliedmaßen galten kalte Fußbäder. Während des Winters war die Stube nicht nur der Ort, der wie ein Bollwerk vor der Kälte schützte, es wurde dort auch genäht und gebastelt. Hier stand der massive alte Kachelofen, der mit wohldosierten Gaben von Holzscheiten in Betrieb gehalten wurde, man durfte ihn nicht allzu stark erhitzen, weil er sonst Gefahr lief zu bersten. Hier saß man hinter den mit Eisblumen überzogenen Fensterscheiben und lugte in die klirrende Kälte nach draußen. Es roch nach Zimt, Gewürznelken und Kerzenwachs, nach dem Holz der Zirbelkiefer, aber auch nach Rauch und anderen unangenehmen Gerüchen, die wegen eingeschränkter Lüftung nicht leicht abziehen konnten. Fensternischen waren vorsorglich mit Heu und Stroh verstopft, das zweite, schützende Winterfenster war schon lange eingehängt worden. Steckte das Haus tief im Schnee, wurde es von diesem zugleich gut isoliert, allerdings musste das Dach so beschaffen sein, dass es dem enormen Druck der großen Schneemassen standhalten konnte. Um von der Wärme zu profitieren, wurden in bäuerlichen Haushalten Menschen und Nutztiere unter einem Dach untergebracht. Wann immer es möglich war, nutzte man die Zimmer, die der Sonne zugewandt waren, und mied die Räumlichkeiten des Erdgeschosses. Oberhalb der Küche gelegene Stuben waren besonders beliebt, weil der Herd oft auch während der Nacht auf kleiner Flamme in Betrieb gehalten wurde.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT WISSEN Saison 1/16.

Feuerstellen und glimmende Kienspäne gaben nicht den Hintergrund für romantische Abende ab, sondern waren eine existenziell wichtige Angelegenheit. Die Verbreitung sicherer, kontrollierbarer Heizungssysteme ist ausschlaggebend für die Veränderung der Einstellung des modernen Menschen gegenüber dem Winter und Teil der technischen Umwälzung, die sich seit dem 17. Jahrhundert vollzog. Gegen Ende des Mittelalters waren Kaminfeuer zur Norm geworden, verdrängten die gefährlicheren offenen Feuerstellen und lösten endlich das Problem fehlender Belüftung in den Räumen. Aber erst der Umstieg von Feuer und Kerzen auf Gas und Elektrizität im 19. Jahrhundert hat das Verhältnis der Menschen zur Nacht gewandelt und die Menschen den Winter fortan ganz anders erfahren lassen.

Da die Häuser früher meist schlecht isoliert waren, blieb im Winter nichts anderes übrig, als sich ins Bett zu begeben. Oder man zog sich in einen Alkoven zurück, eine in die Wand eingebaute Bettnische. Das "Himmelbett" trug mit seinen Vorhängen dazu bei, ein wenig mehr Wärme im Innenraum zu halten, dennoch waren Mützen, Jacken und Schuhe auch im Bett notwendig. Dichter sollen im Bett geschrieben haben, indem sie ihre Hände durch zwei Löcher im Leintuch steckten. Allmählich entwickelte sich ein Verständnis dafür, wie eine zweckmäßige, weiter optimierte Heizung aussehen könnte; verschiedene Apparaturen versprachen die beste Lösung. Kleinere Standöfen erhöhten die Flexibilität in den Räumen, blieben aber mit dem Problem behaftet, dass Verbrennungsgase entwichen, die im schlimmsten Fall Todesfolgen haben konnten. 1902 stirbt Émile Zola während des Schlafs an einer Kohlenmonoxidvergiftung, die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath ereilt dieses Schicksal 1962. Kachelöfen hatten den Vorzug, dass sie eine gleichmäßigere Flughitze verbreiteten als die Metallöfen. Grund ist die geringere Wärmeleitungsfähigkeit des Tons – die Ofenhitze bleibt lange in den Kacheln und wird zum Wohle der Anwesenden etwas langsamer abgegeben.

Der Betrieb von Öfen war dennoch nicht ohne Gefahren: "Um das Springen der eisernen Ofenplatten zu vermeiden, reibt man sie, bevor der Ofen benutzt wird, gehörig mit Speckschwarte ein", empfahl Marie von Redelien, Vorsteherin der Riga’schen Haushaltungsschule in ihrem Buch Haus und Herd (1889). Allein mit den apparativen Voraussetzungen war es aber nicht getan, ebenso wichtig war die Wahl guter Brennmaterialien. Das Wissen darum ist heute verloren gegangen. Wie verbrennt man feuchtes Holz, das in starken Scheiten in den Ofen gebracht wird? Welchen Brennwert haben die verschiedenen Holzarten? Muss trockenes Holz klein gespalten werden? Allgemein galt: je trockener das Holz, desto besser die Heizkraft. Beim Kauf waren alle Sinne gefordert: "Beim Einkaufe des Holzes hat man darauf zu sehen, daß der Querschnitt desselben, bei aller Härte, sich doch etwas geschmeidig anfühlen läßt, niemals aber weich, saftig feucht, und es darf beim Anklopfen statt eines hellen, klingenden Tons, nicht schwer, dumpf oder matt tönen", so die Empfehlung von Frau von Redelien. Die moderne Zentralheizung – mit heißer Luft, Dampf und heißem Wasser – wurde seit dem 18. Jahrhundert entwickelt, setzte sich aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch; von ihr profitierten zunächst nur die privilegierten Gesellschaftsschichten.

Menschen sind und bleiben tropische Wesen

Wie dünn die Decke der Zivilisation ist, zeigt sich besonders zu Kriegszeiten. Stefan Zweig schrieb nach dem Ersten Weltkrieg von einer Fahrt nach Österreich, die "damals Vorbereitungen wie eine Expedition in ein arktisches Land" erforderte: "Man mußte sich ausrüsten mit warmen Kleidern und Wollwäsche, denn man wußte, daß jenseits der Grenze keine Kohle vorhanden war, – und der Winter stand vor der Türe. Man ließ sich die Schuhe sohlen, denn drüben gab es nur Holzsohlen. Man nahm Vorräte und Schokolade mit, soviel die Schweiz verstattete, um nicht zu verhungern, bis die ersten Brot- und Fettkarten einem zugeteilt würden." Frauen litten oft besonders unter der Kälte, solange das Tragen von Hosen für sie gesellschaftlich noch nicht anerkannt war.

Früher kam der Schiffsverkehr während der Wintermonate oft zum Erliegen. Finnland war aufgrund der zugefrorenen Ostsee bis zu sechs Monate im Jahr vom internationalen Warenaustausch abgeschnitten. Als im 19. Jahrhundert der wirtschaftliche Druck stärker wurde, Häfen und Gewässer für das Passieren von Schiffen offen zu halten, entwickelte man die ersten Eisbrecherschiffe. Das Aufkommen von Eisenbahnen schuf neue Herausforderungen für den Umgang mit dem Winter. Eigens zu diesem Zweck errichtete Zäune halfen kaum, Schneeverwehungen auf den Schienen einzudämmen. Lawinengalerien waren effektiver, aber relativ aufwendig zu errichten. In der Anfangszeit blieben Züge, etwa im Westen Amerikas, noch häufig im Schnee stecken. Januar 1890 widerfuhr das einem westwärts fahrenden Zug in Reno, Nevada – ganze zwei Wochen lang mussten die siebenhundert Passagiere an Bord ausharren, weil die Stadt zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr als ein paar Hotels und Restaurants zu bieten hatte. Das änderte sich dann erst grundlegend mit dem Einsatz eines rotierenden Schneepflugs, der an die Spitze der Lokomotive montiert wurde und ab dem Ende des 19. Jahrhunderts viele solcher Vorfälle vermeiden half. Der "Kampf" gegen den Schnee setzte sich auf andere Weise in den Städten fort, zunächst mit Schaufeln und bald darauf mit Schneepflügen.

Zu den Methoden, die sich letztlich nicht durchsetzten, zählt der Vorschlag eines New Yorker Erfinders aus dem Jahre 1887, der Dampfmaschinen einsetzen wollte, um ein riesiges Netz von Heizungsrohren unter Straßen und Gehwegen zu betreiben. Als das Auto in den 1920er Jahren zum Massenverkehrsmittel wurde, waren Pläne notwendig, um bei Schnee und Eis ein Verkehrschaos zu verhindern. Salz als Winterstreu hat zwar den Vorteil, dass es Schnee und Eis schnell auftauen kann, stellt aber für die Umwelt eine Belastung dar. So werden Sand und andere Substanzen eingesetzt, die auf den glatten Flächen Reibung bieten und damit das Unfallrisiko vermindern.

Der Begriff "Überwintern" beinhaltet, dass es etwas gibt, das es zu überwinden gilt – gut über den Winter kommen. Früher stellte diese Jahreszeit eine größere Herausforderung für den menschlichen Organismus dar als heute: wegen des großen Temperaturunterschieds von drinnen und draußen, der die Atemorgane belastenden feuchten Kälte und Nebel, die oft Lungen- und Bronchialleiden nach sich zogen, der unzureichenden Heizung und der zuweilen nur begrenzten Verfügbarkeit vitamin- und kalorienreicher Nahrungsmittel, von der Bedrohung durch Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten ganz zu schweigen. Nicht allen gelang es, wie dem englischen Staatssekretär und leidenschaftlichen Tagebuchautor Samuel Pepys (1633 bis 1703), ihren Husten eben einmal "mit einem Löffel Honig und geriebener Muskatnuss" zu kurieren. Heute spricht man vom "Überwintern" hauptsächlich bei Tieren oder Pflanzen, die den Naturkräften und tiefen Temperaturen direkt ausgesetzt sind. In Bezug auf Menschen lediglich, wenn sie sich in Zonen zurückziehen, wo mildere Temperaturen herrschen. Der Mensch bleibt auf Kleidung angewiesen. Obwohl ursprünglich in warmen Gefilden zu Hause, hat er diese verlassen und ist selbst in Regionen mit harten Wintern vorgedrungen. Mithilfe seines Verstandes gelang es ihm, Techniken zu entwickeln, die es ihm erlaubten, einige der kältesten Gebiete der Erde zu besiedeln.

Vom Kommen des Winters überrascht zeigt man sich nur als Kind. An einem bestimmten Punkt im Leben eines Menschen stellt sich ein Gefühl für den Turnus der Jahreszeiten und die Wiederkehr der kalten Periode ein, sie wird dann zu einer berechenbaren Größe, wie im Kleinen der Wechsel von Tag und Nacht. Menschen, die sich in angenehm temperierten Räumen aufhalten, erfahren die saisonal bedingten Temperaturunterschiede aber kaum mehr. Dabei liegt die als ideal empfundene Temperatur im Bereich zwischen 21 und 26 Grad Celsius. Im Vergleich zu anderen Säugetieren besitzen Menschen nur wenig Anpassungsfähigkeit an niedrige Temperaturen. Sie sind und bleiben tropische Wesen, die auf Kleidung und schützende Unterkunft angewiesen sind. Auch bei Kälte geben sie über die Haut viel Flüssigkeit ab, obwohl kein Schweiß bemerkbar ist. Das erklärt den Bedarf an Flüssigkeit im Winter. Der wichtigste Mechanismus für die Behauptung in kaltem Klima ist Bewegung – von der verbrauchten Energie werden drei Viertel in Wärme umgesetzt. Direkt unter der Haut liegende Blutgefäße ziehen sich zusammen, was zu einem Sinken der Hauttemperatur und einer Einschränkung des Wärmeverlusts führt. Genügt das nicht, um die Körperkerntemperatur aufrechtzuerhalten, beginnt man willkürlich zu zittern. Das Gehirn reguliert die Körperkerntemperatur automatisch innerhalb eines Bereichs von 36 bis 37 Grad, wobei die im Rektum gemessene Temperatur erheblich von der in den Gliedmaßen abweichen kann. Die Gefahr einer Unterkühlung ist größer, wenn man, etwa bei Tauwetter, kaltem Regen ausgesetzt ist als bei trockenem Schneefall. Gelegentlich gibt es Berichte über Menschen, die erfroren schienen, etwa weil sie betrunken im Schnee eingeschlafen sind, dann aber doch wieder ins Leben zurückgeholt werden konnten. Im Jahre 1970 verirrte sich ein Dreijähriger in einem Wald in der Nähe des schwedischen Karlskoga und galt zwanzig Stunden lang als vermisst. Als er gefunden wurde, hatte er eine Körpertemperatur von nur noch 17 Grad Celsius, erholte sich jedoch vollkommen von der Unterkühlung.

Wie sehr kann Kälte die Lebensprozesse des Menschen verlangsamen? Was ist von dem kuriosen Bericht über den angeblichen menschlichen Winterschlaf zu halten, der 1900 im British Medical Journal erwähnt wurde? Verursacht durch Nahrungsmangel, sollen Bauern der russischen Region Pskow seit langer Zeit die Hälfte des Jahres schlafend verbracht haben, immer nur von einer kurzen täglichen Wachphase abgesehen, während der jeder ein Stück trockenes Brot verzehrte, das mit etwas Wasser geschluckt wurde. Da jedes der Familienmitglieder zu einem etwas anderen Zeitpunkt erwachte, konnte es sich darum kümmern, das Feuer in Betrieb zu halten. "Nach sechs Monaten dieser ruhigen Existenz wacht die Familie auf, schüttelt sich, geht hinaus, um zu sehen, ob das Gras wächst, und macht sich allmählich an die Aufgaben, die sich mit dem Sommer verbinden." Wenn die Anekdote eines bestätigt, dann wohl die Faszination, die von menschlichem Winterschlaf ausgeht.

Bei manchen Gruppen von Menschen in bestimmten Regionen lässt sich eine erhöhte Toleranz feststellen, wenn Kältereize dauerhaft oder sehr häufig auftreten. Der Schwellenwert für die typischen Reaktionen sinkt. Wissenschaftler konnten auch ein geringfügiges Absinken der Körperkerntemperatur beobachten. Bei den Inuit lässt sich sogar eine dem sonst beobachteten Mechanismus entgegengesetzte, starke Erweiterung der Blutgefäße beobachten. Parallel dazu ist ihr Herzschlag im Durchschnitt langsamer und ihr Blutdruck niedriger als bei Mitteleuropäern. Bei Postboten im kanadischen Québec zeigten sich am Ende des Winters ein deutlich herabgesetzter Blutdruck und eine langsamere Herzschlagfrequenz. Fischer und Schlächter, die ihre Hände lange in eiskaltem Wasser oder Fleisch haben, können auch ihre unterkühlten Hände und Finger problemlos benutzen. Obwohl Körperfett in gewissem Maße vor Kälteeinwirkung schützt, sind Menschen, die in der Kälte leben, eher schlank wie beispielsweise die Inuit.

Das sogenannte Kälte-Zittern kann alleine durch den Gedanken an die Kälte ausgelöst werden, und, vielleicht noch erstaunlicher, auch mit starker Willenskraft unterbunden werden – ein Beispiel dafür, wie der Geist den Körper zumindest für kurze Zeit beherrschen kann. Welche Rolle spielen psychologische Faktoren sonst für das Vermögen, Kälte länger ertragen zu können? Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass die Einstellung sowie die Bereitschaft, niedrige Temperaturen hinzunehmen, die Voraussetzungen dafür sind, auch wirklich dazu in der Lage zu sein.

Der amerikanische Biologe Laurence Irving beobachtete Studenten in Alaska, die sich einem religiösen Kult angeschlossen hatten, der ihnen abverlangte, im Winter barfuß und nur leicht bekleidet zu sein. Sie waren sich dieser strengen Regeln bewusst, haben ihnen von vornherein zugestimmt und konnten die niedrigen Temperaturen ertragen. Ähnliches gilt für Frierende, die sich auf Rechenaufgaben konzentrieren, um sich damit von der Kälte abzulenken. Bei tibetanischen, in ungeheizten Steinhütten an den Ausläufern des Himalaya lebenden Buddhisten wurde festgestellt, dass sich die Hauttemperatur ihrer Gliedmaßen durch ihre Meditationsübungen innerhalb von einer Stunde um acht Grad erhöhte.