Am Anfang drei Fragen

2. Wie viel Dreck ist gesund?

Die Studie, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Daumenlutschen und Allergien auseinandersetzt, findet sich hier. Mehr zur Hygienehypothese kann man unter anderem in dieser Studie nachlesen. Ob die Fünf-Sekunden-Regel sich wissenschaftlich belegen lässt, haben inzwischen unter anderem P.L. Dawson oder jüngst  D.W. Schaffner untersucht.

3. Wie beeinflusst Kleidung unsere Arbeitshaltung?       

Russell Hill erforscht, wie die Farbe rot unsere Leistung beeinflusst, Hajo Adam und seine Kollegen testeten den Effekt von Arztkitteln auf die Konzentration. Und ob ein Anzug schlauer macht, weiß Abraham Rutchick.

Richtig streiten

Wie lässt sich etwas über das Streiten, das Debattieren, das Kommunizieren an sich besser lernen als durch ein Gespräch? Das Buch "Kommunikation als Lebenskunst: Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens" ist ein langes Gespräch zwischen den beiden Autoren, Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun, das aber gar nicht lang wirkt - sondern extrem kurz, unterhaltsam und lehrreich.

Wer Streiten in der Praxis und mit Humor und Niveau sehen will, der braucht nur eine von den Debattierclubs organisierte Debatte zu besuchen, hier sind die nächsten Termine:

13.-15. Januar: 2. ZEIT DEBATTE in Wien
17. – 19. März: 3. ZEIT DEBATTE in Paderborn
29. – 30. April: Regionalmeisterschaft Nordost in Göttingen

29. – 30. April: Regionalmeisterschaft West in Wuppertal

29. – 30. April: Regionalmeisterschaft Süd in Heidelberg
26. – 28. Mai: 4. ZEIT DEBATTE in Tübingen
8. – 11. Juni: Deutschsprachige Debattiermeisterschaft in Dresden

Hugo Mercier und Dan Sperber haben eine Theorie der Vernunft, des Streitens und des Argumentierens entwickelt (the argumentative theory of reason).

Neue Heimat

Zu Stadt und Migration haben wir drei Buchtipps:

- Massimo Livi Bacci, "Kurze Geschichte der Migration" (Wagenbach, 2015)

- Jörg Friedrich/Simon Takasaki/Peter Haslinger/Oliver Thiedmann/Christoph Borchers, "Refugees Welcome. Konzepte für eine menschenwürdige Architektur" (Jovis, 2015).

- Mark Terkessidis, "Interkultur" (Suhrkamp, 2010)

Gerechtigkeit

Die wegweisende Arbeit von John Rawls, "Eine Theorie der Gerechtigkeit" erschien 1971 als Buch - die deutsche Version erschien bei Suhrkamp, ein englisches Faksimile der überarbeiteten Ausgabe hier. In einem Paper skizzierte er das Konzept, bevor er es zum Buch ausarbeitete.

ZEIT WISSEN Magazin 1/17.

Hier finden Sie die im Artikel genannten wissenschaftlichen Paper:
- Stephan Wolf und Alexander Lenger, "Choosing Inequality An Experimental Analysis of the Impact of Social Immobility on the Democratic Election of Distributive Rules" (2013)

- Simone Schneider und Juan Castillo, "Poverty Attributions and the Perceived Justice of Income Inequality: A Comparison of East and West Germany" (2015),

- William Arsenio, "Moral Psychological Perspectives on Distributive Justice and Societal Inequalities" (2015, Abstract)

Thomas Piketty, Autor von "Das Kapital im 21. Jahrhundert", bietet auf der Webseite zum Buch verschiedene Materialien zum Thema Einkommens- und Vermögensungleichheit an (auf Englisch).

Lesenswert ist auch die Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung in der Reihe "Aus Politik und Zeitgeschichte", Ausgabe 47/2009: "Soziale Gerechtigkeit".

Achtung, Geschenke!

Das berühmteste Buch zur Gabenökonomie ist "Die Gabe" von dem Ethnologen Marcel Mauss. Untertitel: "Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften". Soziologen, Philosophen und Kulturwissenschaftler beziehen sich bis heute auf dieses Buch aus den 20er Jahren.

Zwei aktuellere Beispiele: In dem Buch "Der Sinn des Gebens" schreibt Stefan Klein, warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und der Mensch mit purem Egoismus nicht weiterkommt.  

Die Kultursoziologin Elfie Miklautz begiebt sich in ihrem Buch "Geschenkt" auf die verworrenen Pfade von Gier und Gunst, des Tauschens und Gebens und sucht nach den Grenzen zwischen Selbstlosigkeit und Eigennutz.

Die Zumutung: Der Atomismus

Buchtipps: In Quantum Generations beschreibt der Historiker Helge Kragh im Detail die Umwälzungen in der Physik im 20. Jahrhundert. Interessant für alle, die sich für den gesellschaftlichen Kontext der Forschung interessieren. "Die Bohr-Einstein-Debatte" von Carsten Held (Rezension hier) und Die Philosophie der Physiker von Erhard Scheibe zeigen für Fortgeschrittene, wie die Pioniere um die Interpretation der Quantentheorie rangen. Die Wirklichkeit, die nicht so ist, wie sie scheint von Carlo Rovelli ist soeben erschienen. Gut verständlich – und etwas einseitig: Der Autor forscht an einer Alternative zur Stringtheorie.

In diesen Experimenten erforschen Markus Arndt und Mitarbeiter den Welle-teilchen-Dualismus.

Liebe

Der Schweizer Philosoph Denis de Rougemont hat das Standardwerk über die Geschichte der Liebe geschrieben:

Denis de Rougemont: Die Liebe und das Abendland. Frietsch, 2007 (ursprünglich 1939)

In einem TED-Vortrag erzählt die Anthropologin Helen Fisher davon, wie sie die Gehirne verliebter Menschen durchleuchtet hat:

Die Veröffentlichung des Psychologen Arthur Aron zu seiner experimentellen Erzeugung menschlicher Nähe im Labor.

Das Marzipan-Gutachten

Der Kunsthistoriker und ehemalige Direktor des Altonaer Museums Torkild Hinrichsen hat zu der Ausstellung Marzipan – Das Brot der Engel, die sowohl in Hamburg als auch im Weihnachtshaus Husum zu sehen war, eine informative Kulturgeschichte des Marzipans zusammengestellt, die denselben Titel wie die Ausstellung trägt und 2012 bei der Husum Druck- und Verlagsgesellschaft erschienen ist.

Nathalie Klüver hat 2015 im Wachholtz Verlag  Niederegger. Süßes aus Liebe veröffentlicht – die Lübecker Autorin erzählt vor allem aus der inzwischen über 200-jährigen Firmengeschichte von Niederegger.   

Wer etwas über die Geschichte des Zuckers bzw. der Zuckerrübe wissen möchte, muss zu einem alten Buch greifen: Geschichte der Zuckerrübe. 200 Jahre Anbau und Züchtung, herausgegeben vom Institut für Zuckerrübenforschung und erschienen 1984 im Verlag Dr. Albert Bartens Berlin.

Um etwas über den besonderen Marzipangeschmack  oder Marzipanduft zu erfahren, muss man bei den Fruchtfliegen gucken: Die Forschergruppe um Prof. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum hat den Marzipan-Rezeptor nämlich bei Fruchtfliegen entdeckt.

28 Namen in 60 Sekunden

Auf der Webseite des XMT-Tourniers kann man sich die Spielregeln anschauen. Hier findet man auch weitere Links zum Gedächtnistraining.

Das XMT bietet ein Trainingsprogramm an.

Die Weltrangliste der Gedächtnissportler stammt vom World Memory Sports Council, der allerdings von einigen Sportlern boykottiert wird.

Die Finalrunde des XMT 2016 ist auf Youtube zu sehen.