Wer ans Karussellfahren denkt, der reist meist unweigerlich zurück in die Kindheit: der erste Besuch auf der Kirmes, der Geruch von Zuckerwatte, fröhliche Gesichter überall. Und die Münzen, die man damals in den schweißnassen Händen hielt, bis man sie endlich eintauschen durfte für den Jeton, der die Eintrittskarte war – für die kreisrunde Fahrt ins Glück. "Wenn der Wind durch die Haare weht", sagt Margit Ramus, "bedeutet das für mich ein Gefühl von Freiheit." Sie ist 68 Jahre alt und Schaustellerin, seitdem sie denken kann. In der sechsten Generation beschickt ihre Familie Rummelplätze – unter anderem mit der "Jaguarbahn", die zum beliebten Karussell auf vielen Volksfesten in Westdeutschland wurde. Die Faszination an der Karussellfahrt besteht für Ramus aus einem Mix verschiedener Reize: "Es gleicht einem Rausch, inmitten der vielen Gerüche und bunten Farben, der Bewegungen und der Rummelmusik in den Ohren."