Paris, 14. Oktober 1929. Ein junges Paar, beide studieren Philosophie, spaziert durch den Jardin du Luxembourg und weiter, ins Gespräch vertieft, zum Louvre. Sie ist 21, schön und viel umworben. Er ist 24 und weiß, dass er unansehnlich ist, 1,56 Meter, mit schielenden Augen hinter dicken Brillengläsern. Die beiden haben sich erst ein paar Monate zuvor kennengelernt, nun reden sie über ihre Beziehung. Heiraten? Niemals, dafür schätzen sie ihre Freiheit zu sehr. Sie schließen einen Pakt, zunächst befristet auf zwei Jahre: Sie reservieren den wichtigsten Platz im Herzen füreinander, aber daneben sind andere Liebschaften erlaubt. Sie werden einander alles erzählen. Ihre Liebe ist eine "essenzielle", sagt er, "aber es ist gut für uns, auch kontingente Liebesaffären zu erleben".