Pässe von unten - Unterwasserrugby als Bildergalerie

Es gibt kaum einen Sport, der für den Zuschauer so langweilig ist wie dieser: In einem Schwimmbecken kraulen ein paar Menschen. Für ein paar Sekunden nur, dann tauchen sie unter. An den beiden Breitseiten des Beckens sitzen Männer und Frauen auf weißen Plastikgartenstühlen. Sie haben Badekappen an, tragen Flossen und Schwimmmasken mit Schnorchel. Hin und wieder springt einer von ihnen ins Wasser. Das passiert immer dann, wenn sich gerade ein anderer Beflosster am Beckenrand aus dem Wasser gerollt hat und hechelnd auf den freiwerdenden Campingstuhl zuwatschelt.

Interessant wird es für den Zuschauer erst, wenn er abtaucht: Dort unten gleiten die Flossenfrauen und –männer scheinbar schwerelos durchs Wasser. Sie tummeln sich um jenen Spieler, der gerade den Ball hat. Es ist still, nur der dumpfe Druck des Wassers lastet auf den Ohren. Dafür sieht man die einzige Ballsportart, bei der Pässe auch von unten kommen können.

"Unterwasser-Rugby ist eben dreidimensional", schwärmt der Kölner Norbert Junkes. Der 35-Jährige ist seit 19 Jahren Unterwasser-Rugby-Spieler. "Das Besondere ist, dass jeder nicht nur gegen die andere Mannschaft, sondern vor allem auch gegen sich selbst spielt." Gemeint ist der Kampf gegen die Atemnot. Sauerstoffflaschen gibt es nur für die beiden Schiedsrichter unter Wasser. Die je sechs Mannschaftsspieler müssen mit der Luft in ihren Lungen auskommen. "Eine halbe Minute, mehr schaffst du nicht", erklärt Junkes. 30 Sekunden in 3D. Dann auftauchen, ein Stück kraulen und wieder runter. Selbst Profis bewältigen nur wenige Tauchgänge am Stück. Deswegen hat jede Mannschaft fünf Auswechselspieler – die auf den Campingstühlen.

Nach 15 Minuten gibt es für alle eine Atempause. Der Spielleiter, der das Getümmel vom Beckenrand verfolgt und Herr der Ergebnistafel ist, drückt auf eine Hupe, die man auch unter Wasser hört. Die Mannschaften besprechen sich kurz, dann geht es wieder ins Becken, die zweite Halbzeit startet.