Am Montag tagt in Genf das erste Mal der neu gegründete Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen .
Was wir erwarten: dass alle rum sitzen und nicht so recht wissen was sie tun sollen. Die UN Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, sagt: „Hey, lasst uns mal die Menschenrechte schützen!“ Die anderen sagen: „Ach nö – das ist echt anstrengend!“ Am Ende beschließen alle, wieder eine neue Organisation zu gründen, weil’s so schön war. Dann wird über den Namen diskutiert: „Menschenrechte - gut geschützt ist halb gewonnen“ oder „Schützenverein Menschenrechte“?
Was wir uns wünschen: Dass der Rat dafür sorgt, dass die Menschenrechte besser geschützt werden.

Am Dienstag ist der neue italienische Regierungschef Romano Prodi zu Gast bei Wladimir Putin in Moskau.
Was wir erwarten: Nichts.
Was wir uns wünschen: Erstens natürlich ein gutes Klima. Denn Putin ließ sich ganz schön Zeit, bis er dem neu gewählten Prodi gratulierte. Ja, es gab da ein paar Verwirrungen bei der Stimmenauszählung in Italien. Aber die Wahl fand am 9. und 10. April statt und Putin gratulierte erst am 22. April. Sinnvolle politische Ergebnisse (Energiesicherheit, Investitionen in Innovation und Forschung usw.) wünschen wir uns zwar auch, aber immer mit der Ruhe, ist ja erst sein Antrittsbesuch.

Mittwoch: Der EU-USA Gipfel findet in Wien statt.
Was wir erwarten: Dass Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik George W. Bush sagt, dass wir hier in Europa das mit Guantánamo nicht so gut finden. Er wird verständnisvoll nicken und an seinem Mineralwasser nippen. Ursula wird dann aber das Thema mit: „Whatever, never mind!“ abhaken. Und anschließend wird noch mächtig über den Iran gelästert.
Was wir uns wünschen: Dass sie bei diesem Gespräch wenigstens einen Grünen Veltliner trinken. Wien ist ein spitzen Weingebiet, die ältesten Wiener Weingärten stammen aus dem Jahre 1132.

Donnerstag findet in Bagdad eine Konferenz der Arabischen Liga über den Irak statt.
Was wir erwarten: Viele bärtige Männer sitzen an einem runden Tisch und haben keine Ahnung, wie sie im Irak für Ruhe sorgen sollen. Aber sie wollen endlich Frieden, das „betonen sie mit Nachdruck“. Sie werden, um dieses Ziel zu erreichen, „ihre Kräfte bündeln“ und dabei „Synergien nutzen“.
Was wir uns wünschen: Endlich mal erklärt bekommen was, in drei Teufelsnamen, die arabische Liga überhaupt ist. Ein Verbund arabischer Staaten nämlich. Dieser Verbund soll dafür sorgen, dass die Beziehungen der 22 Mitgliedsstaaten gefördert werden. Auf politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gebieten. Gegründet wurde die Arabische Liga 1945.

Da am Freitag nichts Spannendes passiert, bleiben wir beim Donnerstag . Es findet ein Manöver der NATO-Einsatztruppe NRF auf Kap Verde statt. Danach gibt’s eine Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.
Was wir erwarten: dass die deutschen Journalisten, bei der Berichterstattung über dieses Event, den Namen des NATO-Generalsekretärs wieder mal falsch aussprechen.
Was wir uns wünschen: dass sie es nicht tun. Deswegen hier die richtige Aussprache.