Keine Angst, ich werde an dieser Stelle nicht meinem eigenen Arbeitgeber zum 25. Geburtstag gratulieren bzw. schreiben, wie toll ich das alles hier finde.

Ohnehin legt mir meine Wahrnehmung der letzten Tage eher so etwas wie Demut nahe. Oder Bitte um Verzeihung. Oder Versuche der Rechtfertigung. Ich gehe neuerdings auch gebückt.

Weil eben MTV 25 Jahre alt wird, weil ich hier schon seit sechs Jahren moderiere und weil ich auch selbst schon sehr alt bin, wurde ich zum Geburtstagssachbearbeiter auserkoren. Soll heißen: Ich durfte viele Sendungen zum Thema moderieren und nahezu alle Interviews dazu geben. Heute, an jenem 1. August, sind es gefühlte 50, in deren Zuge sich die Partygäste und Gratulanten aus der verehrten Journaille in drei Gruppen einteilen lassen:

1) wohl gesonnen/interessiert (ca. 10 %)
2) neutral/emotionslos (ca. 30 %)
3) nicht wohl gesonnen/beleidigt/polemisch/aggressiv (60 %)

Ihr seht, zwei Drittel meiner Gesprächspartner finden meinen Arbeitgeber nicht mehr so dolle. Sie vermittelten den Eindruck, das MTV-Jubiläum eher als Gelegenheit zur Abrechnung zu nutzen, ganz so, als würde man pflichtgemäß noch bei der Geburtstagsfeier eines alten Freundes vorbei schauen, aber nur um ihm zu sagen, dass er früher eigentlich ganz cool war, sich mittlerweile aber echt zu einem totalen Arschloch entwickelt hat. Das tut mir, der ich jetzt eigentlich nicht ´das MTV´ bin, aber auch weh.