Am Montag freuen sich die Amerikaner: Endlich müssen sie sich nicht mehr allein um die Befriedung Südafghanistans kümmern. Die Verantwortung wird offiziell an die ISAF übergeben, die der NATO untersteht und für Sicherheit in der Region sorgen soll.

Obwohl die US-Großoffensive gegen die Taliban damit offiziell beendet ist, sollte man keine allzu großen Erwartungen an den Kommandowechsel knüpfen: Auch die ISAF hat keine überzeugende Strategie zur Friedenssicherung, und den Taliban ist es ziemlich egal, gegen welche Helme sie kämpfen. Zufrieden sind letztlich nur die USA, weil sie die internationale Gemeinschaft auch im Süden mit ins Boot geholt haben – zusammen kämpft sich’s schließlich besser.

Erleichtert fliegt George Bush am Abend nach Rom, wo Bryan Adams und Billy Joel im Kolosseum ein Konzert geben. Nach vier Gläsern Chianti stürmt W. die Bühne, umarmt Bryan und den etwas irritierten Billy. Gemeinsam mit 500.000 überwältigten Italienern singen alle drei "Let it be" und "Give peace a chance".

Der Dienstag beginnt in Brüssel mit einem Sondertreffen der EU-Außenminister zur Lage im Nahen Osten. Erwartungsgemäß werden sich die Ressortchefs nach zähen Verhandlungen zu einer gemeinsamen Erklärung durchringen, in der sie ihre Sorge über die Lage im Nahen Osten zum Ausdruck bringen und die Kriegsparteien dazu aufrufen, zivile Opfer zu vermeiden. Wahrscheinlich fordern sie auch eine Waffenruhe, doch das wird weder die israelische Armee noch die Hisbollah-Milizen beeindrucken. Schöner wäre es, wenn das Sondertreffen tatsächlich irgendeine politische Relevanz hätte.

Da ansonsten nichts passiert, fallen abends in Berlin alle in die Schweizerische Botschaft ein und feiern den Schweizer Nationalfeiertag mit einem fröhlichen Prosecco-Gelage.