Nach dem Hype im Jahr 2000 ist es in den letzten Jahren sehr still um Attac geworden. Was ist los?

Attac ist in eine neue Phase gekommen. Die Hektik der Anfangsjahre ist einer kontinuierlichen thematischen Arbeit gewichen. Das soll aber nicht heißen, dass nichts Spektakuläres mehr passiert. Mit unserer Lidl-Kampagne haben wir ein Unternehmen in die Knie gezwungen, das jährlich 30 Milliarden Euro Umsatz macht. Lidl verkauft jetzt ökologische, fair gehandelte Produkte. Wir bewegen schon was, auch wenn die Öffentlichkeit vielleicht gerade woanders hinschaut.

Wahrscheinlich wird sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nächstes Jahr wieder auf euch konzentrieren, wenn der G8-Gipfel in Heiligendamm stattfindet.

Es war schon immer so, dass sich die globalisierungskritische Bewegung an den Gipfeln kristallisiert. Da der nächste in Deutschland sein wird, ist er das zentrale Ereignis für uns. Wir drucken grade Bildungsmaterialien und es ist eine breite Palette an Protesten geplant.

Was konkret?

Heiligendamm ist ein sehr abgeschotteter Ort und hat nur ein paar Zufahrtsstraßen. Es wird sicherlich eine ganze Reihe von Blockadeaktionen geben, dazu normale Demos im benachbarten Rostock. Wir planen einen großen Gegenkongress zu Klima- und Energiefragen, gemeinsam mit der Umweltbewegung. Wir wollen die Bundesregierung zwingen, ihre Rolle als vermeintlich umweltfreundliche Regierung auch wahrzunehmen.